„Wir dürfen Akzeptanz nicht mit Passivität verwechseln.“[1]
Ich kann es
annehmen,[2]
dass ich alt bin,
weswegen ich keinen Marathon
mehr laufe.
Aber gerade
deshalb laufe ich jährlich noch 2 000 km.
Ich kann es
annehmen,
dass derzeit die
politische Lage keine Lösung
der wirklichen
Fragen unseres Landes zulässt,
weswegen wir
schweren Zeiten entgegensehen.
Aber gerade
deshalb höre ich nicht auf,
gegen die Dummheit
zu kämpfen.
Ich kann es annehmen,
dass ich
vergesslicher werde,
weswegen ich mir immer
weniger merke.
Aber gerade
deshalb trainiere ich mein Gedächtnis stärker.
Ich kann es annehmen,
dass jede
Gesellschaft Regeln und Gesetze braucht,
die nicht immer
vernünftig sind.
Aber gerade
deshalb kämpfe ich dagegen an.
Ich kann es
annehmen,
dass ich nicht
jedermanns Liebling und Freund bin
und manchmal sogar
angefeindet werde.
Aber gerade
deshalb versuche ich, freundlich zu sein.
(Gelingt nicht
immer.)
Ich kann es
annehmen,
dass die
Menschheit Bequemlichkeit, Luxus etc. liebt
und daher die Umwelt mit
Begeisterung zerstört.
Aber gerade
deshalb fahre ich immer mehr mit den Öffis
Ich kann es
annehmen,
dass ich dem
momentanen Schönheitssymbolen
nicht ganz
entspreche.
Aber gerade
deshalb achte ich auf mein Äußeres.
Ich kann es
annehmen,
dass meine Artikel
und meine Bücher zu wenig gelesen werden
und sich meine
Ideen zu langsam verbreiten.
Aber gerade
deshalb schreibe ich gerne für meine Leser.
Ich kann es
annehmen,
dass meine
Beweglichkeit und meine Reaktion abnehmen
und Vieles nicht
mehr wie früher geht.
Aber gerade deshalb spiele ich regelmäßig Fußball
und bin 40 Tage im Jahr auf der Skipiste.
Ich kann es annehmen,
dass meine Kunden
nicht immer nach
meinen
Vorstellungen handeln.
Aber gerade
deshalb bleibe ich am Ball.
Ich kann es
annehmen,
dass es neben
meiner noch viele Wahrheiten gibt
und ich nicht
immer die richtige habe.
Aber gerade
deshalb suche ich weiter.
Ich kann es
annehmen,
dass ich mit 76
vom technischen Fortschritt überholt werde
und nicht mehr
jede Entwicklung mitgehen kann.
Aber gerade
deshalb beschäftige ich mich mit KI.
Ich kann es
annehmen,
dass meine
Lebenszeit begrenzt ist
und ich daher
irgendwann diese Welt verlasse.
Aber gerade
deshalb liebe ich das Leben.
Jänner 2026 Alois
Markschläger
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