"… mehret euch …. machet sie euch untertan und herrschet …." (Gen. 1,28)

Manchmal zweifle ich, ob die im Titel angeführte Bibelstelle, laut der wir Menschen über die Welt herrschen sollen, wirklich eine Botschaft Gottes ist oder eher unserem menschlichen Wunsch- und Machtgehabe entsprungen ist und als göttliche Botschaft in die Bibel eingeschleust wurde.

Warum sollte gerade der Mensch die Herrschaft übernehmen? Jener Mensch, der in keiner Disziplin der Beste ist. Es gibt Lebewesen, die laufen schneller, die riechen besser, die sind stärker, die hören genauer, die schwimmen schneller, die tauchen tiefer, die schreien lauter ….. Klingt eigentlich witzig, dass wir uns alle untertan machen sollen, obwohl es in jeder Disziplin welche gibt, die uns eindeutig überlegen sind.

Trotzdem haben wir Menschen etwas Besonderes, das uns von den anderen Lebewesen abhebt. In der Kombination all der oben aufgezählten Eigenschaften, laufen, sehen, riechen, hören …., sind wir eindeutig die Besten. Vielleicht ist es gerade diese Kombination von Eigenschaften und Fähigkeiten, die uns zur Weltherrschaft berechtigt. Vielleicht ergibt die richtige Kombination durchschnittlicher Leistungen eine Perfektion: Vereinige eine große Menge von Durchschnittswerten und du erhältst eine perfekte Lösung – einfach zum Nachdenken. Dieses Prinzip könnte auch für die gesamte Schöpfung gelten: Nichts in dieser Welt ist perfekt, aber die Summe, die gesamte Schöpfung, ergibt die Perfektion. Vielleicht ist diese Form der Perfektion unsere Berechtigung, um über den Rest zu herrschen? – Einfach zum Nachdenken.

Aber nicht nur die Perfektion durch die Kombination verschiedener Eigenschaften unterscheidet uns von den anderen Lebewesen. Der liebe Gott, die Natur oder wer auch immer hat uns Menschen mit etwas ausgestattet, was nur wir in dieser „perfekten“ Form haben: unser Gehirn, unser Denk- und Kombinationsvermögen, unsere Lernfähigkeit, unseren Geist.

Und dieser Geist ist es, der uns die Nachteile der „Grundausstattung“ vergessen lässt. Dieser Geist brachte es zustande, dass unsere Flugzeuge schneller als jeder Wanderfalke (360 km/h), unsere Autos schneller als jeder Gepard (120 km/h), Torpedos schneller als der Schwarze Marlin (einer der schnellsten Meeresbewohner), dass wird mit den verschiedensten Geräten wie Barometer, Seismometer, Infraschallmikrofon … allen anderen Lebewesen überlegen sind.
Und diese Überlegenheit über alle anderen in allen Bereichen könnte die Basis und die Berechtigung für den Auftrag Gottes sein „… und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht“.

Der liebe Gott hat uns die Macht gegeben, die Welt zu beherrschen. Aber offensichtlich hat er vergessen, uns mit einer Moral auszustatten, die es verhindert, dass wir die Erde zerstören. Und wir unternehmen alles, um dies möglichst schnell zu erledigen - ohne es wirklich zu schaffen. Möglicherweise hat sich der liebe Gott ein Hintertürchen gelassen: So sehr wir uns auch bemühen, irgendwo und irgendwie gibt es auf dieser Erde, in dieser Natur, eine Kraft, die unseren Angriffen entgeht und die die angerichteten Schäden wieder repariert – hoffentlich noch lange.

Leider hat uns der liebe Gott nicht die Moral zum richtigen Umgang mit dieser Welt mitgegeben. Statt mit der Moral hat er uns mit einer gefährlichen Eigenschaft, mit der Überheblichkeit, mit der Hybris, ausgestattet. Diese verleitet uns dazu, dass wir uns nicht mehr dessen bewusst sind, dass es über uns etwas Mächtigeres gibt. Oft fühlen wir uns bereits göttlich und glauben, selbst der Chef zu sein und den „alten“ ersetzen zu können. Manchmal werden wir dafür bestraft.

Inzwischen haben nicht nur wir Menschen die Intelligenz, die eine Weltherrschaft ermöglicht. Wir haben sogar eine neue Intelligenz erfunden, die künstliche Intelligenz. Wird diese unsere natürliche einschränken, übertreffen? Wird sie die Herrschaft über alle Lebewesen, vielleicht sogar über uns übernehmen? Theorien gibt es viele, wissen tut es nur der liebe Gott. – Und da bin ich nicht ganz sicher. Wie wird die Moral der künstlichen Intelligenz ausschauen, falls sie an die Macht kommen sollte?

Ich fürchte Schreckliches: Wie kann die Moral einer Intelligenz ausschauen, die von Menschen geschaffen wurde?

Einfach zum Nachdenken

 

Leonding Oktober 2026                                                                        Alois Markschläger

 

Der Untergang des Abendlandes Folge 6: Untergang wie im Alten Rom?

Bisher habe ich Themen beleuchtet, die einen Untergang unseres Kulturkreises befürchten lassen. Sicherlich gibt es noch viele weitere Ereignisse, die darauf hinweisen.
Abschießen möchte ich die Folgen mit dem Vergleich des Untergangs des römischen Reiches mit unserem derzeitigen Niedergang.

Im untergehenden Rom wechselten die Herrscher, die Kaiser, kurzfristig. Die politische Stabilität und Kontinuität fehlten. Rom war unregierbar geworden.
Durch die Aufsplittung der Macht auf viele kleine Parteien sind auch einige Staaten Europas unregierbar geworden. Die Institution der EU erschwert diese Situation zusätzlich. Der Unterschied zu Rom. Bei uns finden – zumindest derzeit – die Bürgerkriege noch in den Wahlurnen statt.

Im Gegenzug zu den fehlenden Reformen wuchs sowohl in Rom als auch bei uns die Verwaltung. Damit erhöhten sich die Staatskosten und in der Folge die Steuern. Vielleicht ist die Landflucht noch nicht so bedrohlich, die Steuerflucht in den verschiedensten Ausprägungen jedoch sehr wohl.

Die Einheit des römischen Reiches wurde durch die Trennung in ein Ost- und in ein Westreich aufgelöst. Der Machtverlust war enorm.
Die EU hat versucht, Europa zu einer Einheit zu formen. Die Trennung des Ostreiches von Europa – Russland ist das größte europäische Land – haben wir schon vor Jahrzehnten vollzogen und stehen sogar im Krieg mit dem Osten (Durch die Rüstungsfinanzierung der Ukraine sind wir praktisch in den Krieg gegen Russland eingetreten.).

Rom wurden von „wilden Stämmen“ vor allem aus dem Osten überfallen und überrannt (410 wurde Rom das erste Mal von Wilden geplündert.).
Ähnliche Überfälle, weitgehend in friedlicheren Formen, erlebt Westeuropa ebenfalls seit Jahrzehnten. Die Folgen, vor allem der Verlust der ursprünglichen Identität, sind ähnlich.

Rom konnte die für die Verteidigung des Reiches erforderlichen Soldaten nicht mehr aus den eigenen Reihen stellen.
Heute haben weite Teile Europas ihre Verteidigungsfähigkeit verloren.

In Rom löste das Christentum die ursprüngliche Religion und viele Bräuche ab.
Dieses Christentum wird heute weitgehend durch einen Atheismus, durch den Islam und durch viele Ersatzreligionen verdrängt.

Die weltbeherrschende Position der Wirtschaft ging sowohl in Rom als auch in Europa an stärkere Kräfte im Osten verloren.

Die Macht des Geldes beherrschte das sinkende Rom.
Heute spüren wir die Macht der Konzerne und die Macht des Geldes in fast allen Lebensbereichen: Kultur, Sport, Wohnen ….

Der „Geburtenstreik“ verurteilt eine Nation zum Aussterben. Warum sollte das bei uns anders sein?

Rom brauchte Sklaven, um das Wirtschaftsgeschehen am Leben zu halten.
Ohne Fremdarbeiter würde unser Wirtschaftskreislauf nicht mehr funktionieren.
 

Großstädte und Megastädte bewirkten damals und bewirken heute eine Entwurzelung. Viele Heimatlose ohne Wurzeln wurden und werden geschaffen.

In Rom gab es „Brot und Spiele“, um die Massen bei Laune zu halten.
Wir lösen das mit Subventionen, Zuschüssen und Medienmanipulationen. So verhindert man Veränderungen und erzieht systemkonforme Bürger.

Bis zu ihrem Untergang waren die Römer überzeugt, die Größten, die Schönsten und die Besten zu sein.
Dieser Irrglaube ist auch bei uns stark verbreitet. Auch die Passagiere der Titanic haben bis zum Untergang getanzt.

………………

Sind diese Entwicklungen die Vorboten unseres Untergangs oder nur ein Zeichen eines Niedergangs, dem ein Aufschwung folgt – Wellenberg auf Wellental? 

Ich weiß es nicht. Drei Dinge lassen mich an eine Wellenbewegung glauben:

·        Ich bin derzeit im Urlaub und genieße das Wellenrauschen.

·        Mein unverbesserlicher Optimismus

·     Die Sicherheit, dass O. Sprenger mit seinem Untergang des Abendlandes doch nicht ganz richtig gelegen sein kann. Hätte er Recht gehabt, gäbe es dieses Abendland bereits nicht mehr.


Im Urlaub am Meer habe ich aber auch erfahren dürfen und erkennen müssen: Rudern bei starkem Wellengang ist nicht nur anstrengend, sondern auch gefährlich.
Nur wenn wir uns voll in die Riemen legen, werden wir die nächste Welle erreichen und aus dem Tal auf einem Wellenberg landen.

  

Leonding, September 2026                                                      Alois Markschläger

 

Der Untergang des Abendlandes Folge 5: Zerfällt die Gesellschaft?

Folgende Ausführungen suchen nicht nach den Verursachern für den Untergang des Abendlandes. Es geht nicht darum, Schuldige zu finden. Die gibt es nicht. Ob es Flüchtlinge, Auswanderer, Pensionisten, Teilzeitbeschäftigte, Subventionsempfänger, Gesetzgeber usw. sind, sie alle machen aus ihrer Sicht alles richtig, sie machen nichts Ungesetzliches, nichts Verbotenes, nichts Unmoralisches. Sie sind nur Merkmale des Untergangs. Alle machen alles richtig - und das Ergebnis ist eine Katastrophe - ein untergehendes System. Meine Ausführungen sind nur eine Systembeschreibung.

Damit das Zusammenleben in einer Gemeinschaft, in einem Verein, in einer Familie, in einem Staat, in einem Kulturkreis funktioniert und nicht zerfällt, müssen drei Bedingungen erfüllt sein.

Die gegenseitige Akzeptanz:

Jedes Mitglied muss von jedem als gleichwertig anerkannt werden. Was passiert, wenn diese Anerkennung fehlt, wurde in der Vergangenheit bei Religionskriegen, bei Rassenkonflikten, beim Kampf um Gleichberechtigung usw. deutlich.

Seit vielen Jahren erlebt vor allem Westeuropa eine Flüchtlingswelle. Die Aussage von Frau Merkel „Wir schaffen das!“ hat für mich eine hohe menschliche Qualität, die ich schätze. Im Hinblick auf die wirtschaftlichen Belastungen war diese Aussage okay. Was wir nicht geschafft haben und nur schwer schaffen werden, ist die menschliche Integration. Unsere Flüchtlingswellen sind vergleichbar mit dem Einbruch der Hunnen in das römische Reich vor ca. 1600 Jahren, was dessen Untergang beschleunigte. Die Massen der Flüchtlinge und die Gegensätze sind so hoch, dass es die bestehende westliche Gesellschaft und die Zuwanderer nicht schaffen werden, sich gegenseitig voll zu akzeptieren. Daran hat wahrscheinlich auch Frau Merkel nicht geglaubt. So überbewertet kann nicht einmal sie ihre Landsleute haben.

 

Klare Regeln mit klaren Sanktionen geben Sicherheit:

Eine europäische Anwaltskanzlei benötigt mindestens 5 bis 10 Spezialisten, um alle Rechtsbereiche abzudecken. Mittelfristig wird das ohne KI gar nicht mehr funktionieren. Zu wenig Gesetze haben wir nicht – eher viel zu viele. Eigentlich reichten sieben der Zehn Gebote oder das Gebot der Nächstenliebe allein für unser Zusammenleben, wenn wir sie einhalten und sanktionieren würden.

In den letzten Jahrzehnten haben sich viele Veränderungen ergeben. Die Gesetzesflut ist so hoch, dass der gesetzlichen Rahmen unüberschaubar ist und Übertretungen kaum zu ahnden sind. Damit verlieren Gesetze ihre Wirkung. Wenn du auf der Autobahn immer mit 160 km/h oder schneller unterwegs bist und nie eine Strafe bekommst, ist das Gesetz dazu wirkungs- und sinnlos. Zu viele Gesetze - zu wenig Sanktionen. Du wirst nicht langsamer werden.

Die Rechte auf Freiheit und auf Sicherheit werden in keiner Menschenrechts- oder Verfassungsformulierung als Einzelrechte festgelegt, sondern immer gemeinsam genannt. Das ist ja gut gemeint (Das Gegenteil von gut), aber nicht erfüllbar. Freiheit und Sicherheit schließen sich in der letzten Konsequenz aus. Wird von einem mehr gewährt, leidet das andere darunter. Beide können nie gleichzeitig voll erfüllt werden. Bis vor wenigen Jahrzehnten lag unsere Priorität bei der Sicherheit. Im Moment hat eher die Freiheit den Vorrang. Sanktionsmöglichkeiten, die die Sicherheit erhöhten, die Freiheit aber einschränken, wurden zu Gunsten der Freiheit begrenzt. So gefährden wir die Sicherheit, ohne die eine Gesellschaft zerfällt, weil Gesetze wirkungslos werden.

Vereinfacht ausgedrückt: Heute dürfen wir überall hin. Aber trauen dürfen wir uns nicht mehr.

 

Geben und Nehmen gleichen sich aus:

Wenn ein Fußballer den Ball nie abspielt, kommt es zu Konflikten in der Mannschaft. Wenn einer in einer Gruppe mehr nimmt, als er zurückgibt, ist der Bestand der Gruppe gefährdet. Wenn er nicht abgibt, muss er zumindest Tore schießen. Hält sich einer nicht daran, wird er ausgeschlossen. Scheren zu viele aus, wird sich die Gruppe auflösen. In unserem westlichen Kulturkreis haben wir vieler solcher einseitiger „Geben und Nehmen Probleme“, die unsere Gesellschaft und unseren Kulturkreis gefährden.

Nettozahler in der EU
Mittel- und langfristig wird sich das Finanzierungssystem in der EU, in dem einige Staaten andere finanzieren, ohne entsprechende Gegenleistungen zu bekommen, nicht halten.

Steuerhinterziehung
„So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.“ Die öffentlichen Abgaben beruhen auf dem Gesetz des Gebens und Nehmens. Der Bürger zahlt Steuern, mit denen der Staat direkt oder indirekt Leistungen für die Bürger übernimmt. So massiv und unverschämt sind die Steuerhinterziehungen inzwischen, dass auch ehrliche Bürger ihre Ehrlichkeit überdenken. Dies führt so weit, dass lieber ein geringerer Verdienst in Kauf genommen wird, um Steuern zu sparen. Zusätzliche Staatsverschuldungen gleichen das aus, gefährden  aber das Gesamtsystem. Wie lange noch?

Übertriebene Förderungen und Zuschüsse
Für die Armut und für die Armutsgefährdung gibt es viele Ursachen. Schuldige für einen Notstand zu suchen, ist sinnvoll zu dessen Vermeidung, hilft aber keinem Armutsgefährdeten. Soziale Spannungen – Geben und Nehmen gleichen sich nicht mehr aus – ergeben sich vor allem durch zu hohe Unterstützungen und dadurch, dass der Kreis der Unterstützten den Kreis der Bedürftigen weit übersteigt. Aber die Bedürftigen allein ergeben ein zu kleines Wählerpotenzial.

Zuschüsse an Flüchtlinge
Die Zuschüsse an Flüchtlinge sind teilweise so hoch, dass sie von denen, die dafür aufkommen müssen, nicht als gerechtfertigt gesehen werden. Gleichzeitig fehlen Gegenleistungen der Flüchtlinge an die Gesellschaft. Ob dafür die Lebenseinstellungen der Flüchtlinge oder eine unbrauchbare Gesetzeslage die Ursache sind, ist für diese Missstimmung unbedeutend.

Die Auswanderer
Teilweise aufgrund vieler Ausländer im eigenen Land wandern viele, vor allem aus älteren Bevölkerungskreisen, aus. Eigentlich leicht pervers: Wegen der Ausländer im Inland gehe ich ins Ausland. Die inländischen Pensionen, die von jungen In- und Ausländern aufzubringen sind, werden im Ausland ausgegeben. Das Inland wird dabei nicht ganz vergessen, vor allem bei der Inanspruchnahme des Gesundheitssystems. Im Inland fehlen diese Gelder. Geben und Nehmen gleichen sich nicht mehr aus. Die Ausländer sind daher beides: Der Störfaktor, warum viele auswandern, und die Finanziers der Auswanderer. So gleichen sich Geben und Nehmen aber auch nicht aus.

Vielleicht sollten sich Aus- und Einwanderer an einen Satz von M. Gandhi halten: „In einer fremden Provinz darf man sich nur unter der Bedingung niederlassen, dass man im Geist des Dienens kommt …“ (M. Gandhi, Worte des Friedens, S. 72)

Die Pensionisten
Die Pensionisten sind seit einiger Zeit die stärkste Wählerschicht. Deswegen sind die Pensionen so hoch und das Pensionsantrittsalter so niedrig. Mein Großvater durfte mit 60 in Pension gehen. Damals lag die durchschnittliche Lebenserwartung knapp über 60 Jahren. Nur wenige Jahre waren den Pensionisten gegönnt. Heute liegt die Lebenserwartung Einiges über 80. Das Pensionsantrittsalter blieb fast unverändert. Irgendwann werden sich die Jungen das nicht mehr gefallen lassen oder nicht mehr finanzieren können. Die Alten, vor allem die, die noch gar nicht alt sind, nehmen den Jungen zu viel weg. Geben und Nehmen gleichen sich nicht mehr aus.

Die fehlende Leistungsbereitschaft
Für einen bestimmten Lebensstandard braucht es eine hohe Wirtschaftsleistung und dafür starke Leistungen jedes Einzelnen. Diese erfordert eine hohe Leistungsbereitschaft. Die hat insgesamt wahrscheinlich abgenommen. Einige, sehr verständliche Gründe, dafür sind: Die Nachkriegsgenerationen mussten einen hohen Einsatz zeigen, um nur annähernd den Lebensstandard von heute zu erreichen. Vieles von dem, was früher verdient werden musste, wird heute geerbt oder durch Zuschüsse aller möglichen Art aufgebracht. Die Einkommen sind im Vergleich zur Inflation überproportional gestiegen..... Dadurch hat die Leistungsbereitschaft in Summe abgenommen. Die Leistung leidet, weil die Leistungsanreize von heute nie den Druck durch den Leistungszwang der Vorgenerationen erreichen können. Leistungen und Vorteile im Leben sind wahrscheinlich nicht mehr im Gleichgewicht. Zumindest sehen das viele Alte so.

Wahrscheinlich gibt es noch eine Unzahl von Beispielen, bei denen sichtbar ist, dass sich Geben und Nehmen in der Gesellschaft nicht oder nicht voll ausgleichen. Die Gefahr, dass sich dadurch die Gesellschaft aufreibt, ist gegeben.

Können die hier aufgezeigten Ursachen für den Verfall unseres Systems abgestellt werden? Will sie jemand abstellen? Jeder von uns weiß, was die anderen zur Rettung des Systems tun müssen, solange er gleich bleiben kann. Zu sehr leben wir nach dem Motto: "Wir beiden müssen uns ändern. Fangen wir einmal bei dir an!"

 

Leonding, September 2026                                                                        Alois Markschläger

Der Untergang des Abendlandes Folge 4: Pole-Position verloren, Freiheit geopfert

 Weiter mitfahren dürfen


In der Formel 1 wollen viele starten. Einige schaffen es. Aber nur einer, manchmal auch zwei, gewinnen. Alle anderen haben zwar schnelle Autos, nur für den Titel reichen sie nicht. So ähnlich funktioniert die Wirtschaft. Wenige fahren um den Titel mit. Ihre Autos sind auf dem letzten technischen Stand. Diese Teams haben agiert und ihre Autos verbessert. Reagieren ist zu wenig. Reaktionen werden erst in der nächsten Saison wirksam. Und da sind die Besten schon wieder weiter. Im Wirtschaftswettkampf kämpfen wir um eine gute Platzierung. Für den Kampf um den Sieg ist unser Auto zu langsam.

Aber, nicht jeder darf starten. Wer im Training die 107 Prozentregel nicht schafft (Die Trainingszeit liegt über 107 % der Bestzeit.), darf am Rennen nicht teilnehmen. Dürfen wir noch starten oder müssen wir uns mit „Testfahrten“ auf den Rennstrecken der Welt begnügen? Dass wir nicht nur nicht mehr die Nummer 1 sind, sondern vielleicht gar nicht mehr starten dürfen, sollte uns spätestens bewusst geworden sein, als 2025 der deutsche Außenminister mit einer namhaften Wirtschaftsdelegation bei den bedeutenden Gesprächspartnern in China nicht einmal Gesprächstermine bekam.

Wir haben schon ein schnelles Auto, das uns Freude machen kann. Wenn wir aber wieder in der Spitze oder überhaupt mitfahren wollen und dürfen, genügt Ordentliches nicht, da braucht es schon Außerordentliches.

 

Der 51. Bundesstaat der USA?

1959 kam Hawaii als letzter und 50. Bundesstaat (Wenn man Washington D. C. nicht als eigenen zählt.) zu den USA. Danach schaffte das nur noch der Westen Europas.

Ohne die riesigen Verdienste der USA im Aufbau Europas nach dem Zweiten Weltkrieg zu schmälern, sollte uns bewusst sein, dass Europa für die USA in ihrem Kampf um die wirtschaftliche und militärische Vormachtstellung in der Welt wichtig und unverzichtbar war. Und in diesem Kampf sind – zumindest waren – wir Europäer Wettbewerb. Und wirtschaftlich waren wir ein sehr lästiger und unangenehmer Wettbewerb und lange Zeit in vielen Bereichen den USA überlegen.

Unter anderem durch den Ukrainekrieg (Die Rolle der USA dabei ist nicht ganz unumstritten.) ergab sich für die USA die Chance, Europa wirtschaftlich abzuhängen. Auf Druck der USA und der NATO haben wir Westeuropäer die wirtschaftlichen Verbindungen zu Russland abgebrochen oder abbrechen müssen. Das „vereinte“ Europa musste mit dem größten Land Europas (Der europäische Teil von Russland umfasst in etwa 23 % der Gesamtfläche Europas.) alle wirtschaftlichen Verbindungen abbrechen. Die Nutznießer davon waren, zumindest überwiegend, die USA. Die US-amerikanische Wirtschaft wurde durch niedrigere Energiekosten wettbewerbsfähig. Die Umsätze der US-Waffenindustrie explodierten auch mit Unterstützung der Europäer. Gleichzeitig ist Westeuropa machtloser und wirtschaftlich schwächer geworden.

Die Begründung, warum Europa nicht mehr durfte: Keine wirtschaftlichen Verbindungen zu einem Aggressor! Was war mit den wirtschaftlichen Verbindungen zu den USA, als diese in Korea, in Vietnam, im Golfkrieg, in Afghanistan, im Irak, in der Schweinebucht, am Balkan, in Kambodscha, im Iran ….. Kriege begonnen oder zumindest daran teilgenommen haben? Russland hat uns nie befohlen, die wirtschaftlichen Kontakte mit kriegführenden Parteien abzubrechen.

Wir haben uns dem Diktat der USA freiwillig unterworfen. Und die USA haben uns mit Zuckerbrot und Peitsche gefügig und geringfügig gemacht und gehalten. Offiziell haben die USA die Sklaverei am 18.12.1868 beendet. Effektiv gelang ihnen das erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ab diesem Zeitpunkt haben sie sich in der restlichen Welt neue Sklaven gesucht. Auch in Europa waren sie dabei erfolgreich. Wir Europäer waren dankbar. Erhielten wir doch Zuckerbrot, das uns die Schmerzen durch die Peitsche weniger spüren ließ. Vielleicht sind wir auch etwas masochistisch veranlagt und wir brauchen diese Peitsche. Erst seit Trump die Peitsche gezielter einsetzt und auf das Zuckerbrot vergisst, dämmert uns die Sklaverei etwas.

Dass die USA vieles unternommen haben, uns wirtschaftlich zu überflügeln, ist verständlich: Welcher Herrscher steht freiwillig hinter seinen Untertanen zurück?

Die Sklaven in den USA konnten sich nur durch einen langen Kampf befreien. Wenn wir uns von der Unterdrückung befreien wollen, werden wir einen Aufstand wagen müssen. Eine Persönlichkeit, wie es M. L. King für die amerikanischen Sklaven war, sehe ich nicht. Vielleicht können wir aber mit unserer Abhängigkeit gut leben, wenn das gewährte Zuckerbrot ausreicht und die Peitsche nur vorsichtig eingesetzt wird.

 

Leonding, August 2026                                                                        Alois Markschläger

Der Untergang des Abendlandes Folge 3: Das Dilemma Wirtschaft (2)

Trotz aller Fehler, die in den letzten Jahren passiert sind, schätze ich viele Unternehmen in Österreich und in Westeuropa, die zu den Spitzenunternehmen zählen und Marktführer sind. Diese sichern unseren Wohlstand. Gefährdet ist „nur“ unsere Gesamtwirtschaft, die viele Plätze im internationalen Wettbewerb verloren hat. Ich will die Wirtschaft nicht schlecht machen. Aber eine rosa Brille ist gefährlich. 

Unter anderem mache ich folgende Fehler für unsere heutigen Schwächen verantwortlich:

Der Feind ist da draußen

Seit Jahrzehnten beklagen wir das niedrige Preisniveau von Billigländer, die geringen Umweltauflagen in diesen Ländern, die Zollbestimmungen irgendwo auf der Welt …. Solange wir damit „den“ Sündenbock und einen unüberwindlichen Feind gefunden haben, können wir aufhören, nach weiteren Ursachen zu suchen. Wollen wir überhaupt weitersuchen? Da könnte ja etwas auftauchen, wofür wir und nicht die anderen verantwortlich sind. Und dann müssten wir etwas unternehmen. So können wir Unterlasser bleiben.

 

Werterhöhung oder Verschwendung

Als Betriebswirt teile ich die Aktivitäten in einem Unternehmen in werterhöhende und in Verschwendung. Werterhöhend ist: Ein Tischler schneidet aus einer Spanplatte die Seiten für einen Kasten heraus. Die Platte wird so mehr wert. Ihr Nutzen steigt. Der Transport vom Plattenlager zur Säge ist zwar notwendig, erhöht aber den Wert nicht. Ich bezeichne das als Verschwendung, Die Platte wird so nicht wertvoller, auch nicht, wenn ein Tischler mit ihr den ganzen Tag spazieren geht. Auch die Buchhalterin, die für ein geordnetes Rechnungswesen sorgt, erhöht den Wert der Platte nicht. Im Verkaufspreis müssen aber nicht nur die werterhöhenden, sondern alle Tätigkeiten bezahlt werden. Die Kunden bezahlen für den Kasten nur einen bestimmten Preis, den Marktpreis. Sind unsere Kosten zu hoch, werden wir den Kasten nicht oder nur unter unseren Kosten verkaufen. Das ist der Anfang vom Ende. Lange haben unsere Unternehmen geglaubt, die werterhöhenden Tätigkeiten optimieren zu müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Inzwischen wissen wir, dass es genauso wichtig, ja sogar wichtiger, ist, die Verschwendung möglichst klein zu halten. Vor allem die japanische Autoindustrie hat uns das klar vorgeführt.

Das Grundprinzip der Werterhöhung und der Verschwendung gilt auch für eine Volkswirtschaft. Die werterhöhenden Tätigkeiten schlagen sich in Produkten und Dienstleistungen nieder, die verkauft werden. Verschwendung sind alle anderen Ausgaben. Leider gibt es in Österreich – und in vielen anderen westeuropäischen Ländern auch - eine Scherenbewegung: Die werterhöhenden Tätigkeiten sind gefallen (zum Beispiel: Reduktion der Arbeitszeiten mit gleichzeitiger Erhöhung der Löhne und Gehälter, Auslagerung werterhöhender Arbeiten in Billigländer etc.), während die Verschwendungspositionen explosionsartig gestiegen sind. Zusätzlich haben viele unserer Produkte ihren ursprünglichen Reiz im internationalen Wettbewerb verloren. Einige sind nicht mehr marktgerecht.

Die Verschwendung haben wir, im Gegensatz zur Werterhöhung, gesteigert. Manches davon ist – zumindest dem Grunde, nicht immer der Höhe nach – gerechtfertigt. Ob gerechtfertigt oder nicht: Verschwendung bleibt Verschwendung (So wichtig es ist, die Platte zur Säge zu bringen….). Neben notwendigen gibt es – leider zu viele – nicht notwendige „Luxuspositionen“ ohne gesellschaftliche Rechtfertigung. In Unternehmen kommentiere ich solche mit: „Die schreiben wir auf die Kostenstelle 'Deppert‘.“

Von solchen leisten wir uns zum Beispiel:

  •  Zuwachs der Verwaltung anstelle eines Verwaltungsabbaus
  •  Die gesetzliche Missachtung des gesetzlichen Mindestpensionsalters
  •  Manche an Hirnlosigkeit grenzende EU-Vorschriften
  •  Direkte oder über die EU bezahlte Unterstützungen der Ukraine
  •  Verschwendung von Geldern im Gesundheitswesen durch fehlende Kosten-   beteiligungen
  •  Politisch motivierte, überhöhte Pensionserhöhungen (eine zu große Wählergruppe)
  •  Der Luxus unserer Verfassung: 9 Bundesländer, eine Unzahl von BH's und Gemeinden 
  •  Die personelle Überbesetzung im öffentlichen Dienst
  •  Übertriebene Subventionen und öffentliche Zuschüsse (Brot und Spiele für das Volk)
  •  Der übertriebene Ausbau unseres Schulsystems: Aus Klassen mit 30 Schülern und   einer Lehrkraft sind Klassen mit 18 Schülern und zwei Lehrkräften entstanden, ohne   die  Bildungsqualität merklich zu erhöhen.
  •  Übertriebene Verfahrens- und Verwaltungsvorschriften in vielen Bereichen
  •   …………

Gemeinsam mit der verlorenen Wertschöpfung kosten uns diese Verschwendungen die Wettbewerbsfähigkeit. Den Wunsch, dass uns die Chinesen dies nachmachen, wird uns auch der liebe Gott nicht erfüllen. 
Ich möchte die sozialen und gesellschaftlichen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte weder in Zweifel ziehen noch abschaffen. Aber wir haben das richtige Augenmaß dafür verloren. Dass wir uns Vieles nicht leisten können, ist auch an der laufend steigenden Mehrverschuldung erkennbar. Wir dürfen nicht mehr ausgeben, als wir verdienen, um nicht irgendwann feststellen zu müssen, dass wir uns auch die notwendigen Sozialleistungen nicht mehr leisten können. Aus den Erzählungen meiner Eltern und Großeltern weiß ich, was das bedeutet.

 

Die Lösungen von gestern sind die Probleme von heute

Gerne machen wir uns über die Reaktionszeiten der katholischen Kirche lustig. Ein Zögern hat aber im Vergleich zu einem übereilten Aktionismus auch Vorteile: Manche Probleme lösen sich auch ohne großartige Aktivitäten und viele Maßnahmen wirken kurzfristig gut, um später ihre wahren Schäden zu zeigen. 

Dabei denke ich zum Beispiel an:
Wirtschaftliche Fehlentscheidungen in der Corona-Krise wie die Entschädigungen für die Gastronomie, die sowohl dem Grunde, vor allem aber der Höhe nach falsch waren. Böse Zungen behaupten, dass damit auch der Ausfall von Schwarzgeschäften vergütet wurde. Die Fehlerhaftigkeit der Entscheidung erkennt man auch ohne Wirtschaftsstudium mit dem Hausverstand eines Durchschnittsbürgers. Leider wird so offenkundig, dass Regierungsmitglieder und Abgeordnete halt doch keine Durchschnittsbürger sind.

Kurzfristige, übertriebene Förderungen betrieblicher und privater Investitionen ließen die Bauwirtschaft und einige andere Branchen boomen. Das Erwachen kam kurz darauf, als der verbleibende Investitionsbedarf für die vorhandenen Kapazitäten nicht reichte. Gleichzeitig haben die gestiegenen Preise die Zuschüsse ohnehin fast aufgebraucht.

Ähnliche Effekte wie bei den Bauförderungen wurden durch Zuschüsse für den Heizungsumbau und andere Investitionen erzielt.
……

Aber manchmal verstehe ich sogar die Politiker: Schon bei „einfachen“ Problemen ertönt rasch und laut der Ruf nach politischen Maßnahmen. Und die Politiker glauben, handeln zu müssen. Wirtschaftspolitische Maßnahmen folgen. Vielfach wäre es besser, wenn die Politik ihre Finger aus der Wirtschaft heraushält und nur durch die gezielte Gestaltung weniger Rahmen-bedingungen eingreift.[1]. Zu kompliziert sind die Zusammenhänge. Sogar Fachkundige würden dabei an Grenzen stoßen. Einfache und logischen Rahmenbedingungen sowie eine sinnvolle Beschränkung der Verschwendungen würden reichen, damit die Politik  der Wirtschaft nicht mehr schadet, als sie nützt.

Die nächsten Folgen zum Thema "Der Untergang des Abendlandes" sind:

  • Der Verlust der Leistung durch den Verlust der Leistungsbereitschaft
  • Geben und Nehmen gleichen sich nicht mehr aus
  • Ein- und Auswanderer
  • Europa, ein Anhängsel der USA
  • Was sonst noch das Abendland gefährdet
Es würde mich freuen, wenn du auch künftig wieder reinschaust.

 

Leonding, August 2026                                                                        Alois Markschläger



[1] Der Politiker und Unternehmer Leitl dazu: „Wenn die Politik mit ihrem Latein am Ende ist, greift sie gerne zu wirtschaftlichen Sanktionen, die zwar verlässlichen Schaden anrichten, aber selten den gewünschten politischen Erfolg zeitigen.“ aus Leitl Chr., EUROPA UND ICH, Eine politische und persönliche Zeitreise, S. 145

 

Der Untergang des Abendlandes Folge 2: Das Dilemma Wirtschaft

Der Zweite Weltkrieg hat Europa, und hier vor allem Deutschland und Österreich, bis zur Unkenntlichkeit zerstört. Ohne Hilfe von außen wären wir untergegangen. Aus dieser Misere hat sich Westeuropa erholt, holte auf und überholte den Großteil aller Staaten. Wir wurden die Besten, die Schönsten und die Größten. Inzwischen haben wir neben unserer wirtschaftlichen Vormachtstellung auch die Technologieführerschaft verloren. Waren wir einst zuständig für technische Revolutionen, so sind wir heute damit zufrieden, zu verstehen, worüber die Entwicklungsländer von damals sprechen. Es droht uns der Rutsch in die Bedeutungslosigkeit, der Sturz in einen Abgrund.

Geht ein einst führendes Unternehmen in den Konkurs, hört man oft den Spruch: „Der Vater erstellt’s, der Sohn erhält’s und beim Enkel verfällt’s.“ Trifft wahrscheinlich auch auf unsere Wirtschaft in den letzten 80 Jahren zu.


Wie konnte das geschehen?[1]

Die Entwicklung der Wirtschaft in den letzten Jahrzehnten lässt sich mit der Entwicklung des Spitzensports vergleichen. Etwas vereinfacht ausgedrückt: Aus der gemütlichen, sportlichen Kegelrunde vom Samstag Abend, ist brutaler Leistungssport geworden. Gleich geblieben ist: Noch immer will jeder gewinnen, wenn auch für manche sogar der olympische Gedanke, nur dabei zu sein, schon hochgegriffen ist. Einige Lernhemmnisse und Einstellungsfehler haben uns inzwischen aus der Siegerliste gestrichen.

 

·     Der gekochte Frosch

Nimm einen Frosch, gib ihn in einen Topf mit kaltem Wasser, den du auf den Herd stellst und langsam erwärmst. Der Frosch wird das so lange genießen, bis das Wasser  zu heiß wird. Jetzt will er raus. Aber jetzt kann er nicht mehr. Das angenehme warme Wasser hat ihm zu viel Energie gekostet.
Wirfst du den Frosch in heißes Wasser, wird er sofort rausspringen, um zu überleben. Jetzt hat er noch die Kraft. Die Folgen des Zweiten Weltkriegs waren für uns das kochend heiße Wasser: Entweder herausspringen oder sterben. Wir haben den Sprung geschafft.
In den letzten 20 oder 30 Jahren haben wir das immer wärmer werdende Bad genossen, ohne zu bemerken, wie wir schwächer wurden.
Nur ein Punkt unter vielen war der langsame Verlust unserer Wirtschaftlichkeit: Die laufende Reduktion unserer Arbeitszeit (35-Stundenwoche, verlängerte Urlaube und Sonderurlaube…) haben wir genauso genossen, wie die Lohnerhöhungen, die immer über der Inflationsrate liegen mussten. Auch dadurch sind unsere Produktionskosten nicht nur gestiegen, sie sind explodiert. Jetzt bemerken wir, dass wir international nicht einmal annähernd wettbewerbsfähig sind. Aus dem Topf kommen wir so leicht nicht wieder raus. Da braucht es schon eine Katastrophe.

·    Zu viel Transpiration, zu wenig Inspiration

Der Stolz von uns Österreichern und noch mehr von den Deutschen waren Fleiß und Einsatzbereitschaft. Einige Jahrzehnte prägte das Bild eines erfolgreichen Menschen seine wöchentliche Arbeitszeit, die nicht unter 60 Wochenstunden liegen durfte. Ich weiß, wovon ich rede. Auch mein Motto war: Ich liebe die 35-Stundenwoche so sehr, dass ich sie gleich zweimal pro Woche mache.
Mit diesem Einsatz waren wir erfolgreich und haben es zu einem hohen Wohlstand gebracht. Ob er immer gescheit war, weiß ich nicht (Hinten nach sind alle gescheit.).
Zu diesem Fleiß und Einsatz taucht bei mir folgendes Bild auf: Ein Bauer steht in der größten Hitze auf seinem Feld, das er mit einer Haue bearbeitet, damit die Ernte möglichst ertragreich ausfällt. Dabei richtet er seine Augen immer auf den Boden und nie zum Himmel. Auf dem wächst ja auch kein Unkraut. Dadurch übersieht er das aufziehende Gewitter. Es blitzt. Es donnert. Ein Blitz erschlägt unseren fleißigen Bauern.
In unserem Eifer und Ehrgeiz (eine Kombination aus Ehre und Geiz) haben wir übersehen, auf den Himmel, in die Ferne zu sehen.
Ein überaus erfolgreicher Kunde hat mir seinen Erfolg so erklärt: „Seit ich weniger arbeite, verdiene ich mehr.“ Jetzt hatte er Zeit für die Jagd, Zeit zum Segeln, Zeit zum Wandern … Und dabei konnte er sich in Ruhe überlegen, ob er die richtigen Produkte, die richtigen Kunden, die richtigen Maschinen hatte, ob er der richtige Chef war ..... Dabei fand er neue Ideen und tolle Lösungen. Im Büro zwischen vielen Telefonaten, unentwegten Besprechungen ... blieb den Ideen kein Platz, auf den sie hätten kommen können.
So hat unser Erfolg in den letzten Jahrzehnten wahrscheinlich zu zu wenigen revolutionären Ideen geführt: Vielleicht haben wir zu viel von der Inspiration der Transpiration geopfert? Heute fehlen uns die zündenden Produkte, die guten Ideen, die wir damals hätten suchen müssen.


·    Die Gesamtverantwortung

Kaum geht etwas daneben, stehen wir bereit, einen Schuldigen zu suchen. Vielleicht sind wir dabei deswegen so schnell, damit keiner auf die Idee kommen könnte, dass er uns die Schuld zuschiebt.
Wer ist für mehrere verlorene Spiele einer Fußballmannschaft verantwortlich? Zu viele Niederlagen bedeuten meist einen Trainerwechsel. Gut, dass es Trainer gibt, sonst könnte man ja gar nichts tun, um wieder besser zu werden. Letztlich ist der gesamte Verein für die Niederlagen verantwortlich. Die sportlichen Leiter und die Trainer aber tragen die Verantwortung für einen erfolgreichen Spielbetrieb. Sie müssen die Rahmen-bedingungen setzen, damit die Spieler ihre Höchstleistungen erbringen können.
Wer sind die Trainer und die sportlichen Leiter des Fußballvereins „Volkswirtschaft Österreich“? Es sind unsere Politiker und die Politiker der EU, die die Rahmenbe-dingungen setzen. Zu „richtigen“ Fußballvereinen gibt es einen Unterschied. Dort haben die Trainer und die technischen Leiter ihren Job einmal gelernt. Bei Politikern ist dies eher die Ausnahme.
Die Gefahr bei schwierigen wirtschaftlichen Situationen besteht nicht nur in falschen Entscheidungen, sondern auch in einem Aktionismus, der in der weiteren Folge zu noch größeren Problemen führt. Aber darauf gehe ich später ein.
Mich fasziniert, dass die Wirtschaft in unserem Land trotz vieler politischer Entscheidungen, die oft alles andere als gut waren, so toll funktioniert hat. Meine Vorstellung der Rolle der Politik in der Wirtschaft und meine Forderung gehen daher in folgende Richtung: Die Politik soll sich um Rahmenbedingungen kümmern und direkte Einflüsse auf die Wirtschaft vermeiden (Schuster bleib bei deinem Leisten.). Es genügt, die Staatsausgaben in einem für die Wirtschaft leistbaren Rahmen zu halten. Bei zu vielen Wirtschaftsmaßnahmen ist es wie in der Medizin: Zu viele Therapien und zu viele Pillen richten einen größeren Schaden an als die Krankheit selbst.

 

 

Fortsetzung folgt

 

 

Leonding, Juli 2026                                                                              Alois Markschläger

[1] 1990 hat Peter M. Senge sein Buch „The Fifth Discipline. The Art and practice of learning organization” (Die fünfte Disziplin, Die lernende Organisation) veröffentlicht. Darin beschreibt er, warum ein Unternehmen gefährdet werden kann und wie es sich wieder entwickeln kann. Teilweise greife ich in meinen Ausführungen auf die Ideen von Senge zurück. Das Buch sollte für Unternehmer und Politiker Pflichtlektüre sein.

Der Untergang des Abendlandes, Folge 1: Untergang oder Wellental?


In dem vor etwa 100 Jahren erschienenen Buch „Der Untergang des Abendlandes“ versucht Oswald Sprenger zu zeigen, dass der Verfall der Zivilisation des Abendlandes (Europa und Nordamerika) unaufhaltsam voranschreitet und dies mit dem Untergang ehemaliger Hochkulturen vergleichbar ist. Obwohl die Theorie Sprengers inzwischen als historisch widerlegt gilt, verwenden wir den Buchtitel noch immer gerne, um auf Fehlentwicklungen in unserer Gesellschaft aufmerksam zu machen.

In den letzten Jahren und Jahrzehnten hat das Abendland, und hier vor allem Europa, seine Führungsrolle und seine Vormachtstellung in der Welt verloren. Das zeigt sich in der Wirtschaft, in vielen Sportarten, in Militärfragen, in der Kunst, in der Kultur, in der technischen Entwicklung …. Ist das schon der Untergang, der Untergang des Abendlandes? Ist das der Anfang vom Ende oder gar schon das Ende?

Ein Meer bewegt sich fast immer: Da gibt es Wellenberge, denen Wellentäler folgen. Bei schwachem Wind sind die Wellen klein, um bei einem Sturm mächtig anzuwachsen. Nur bei absoluter Windstille bewegt sich das Meer nicht. Eine Windstille kennen wir in der Geschichte der Menschheit nicht. Daher gibt es immer Wellenberge, denen Wellentäler folgen. Einmal geht’s nach oben, dann wieder nach unten. Es gibt aber auch Stürme, deren Wellen alles mitreißen und Vieles vernichten. Dann erleben wir nichts mehr.
Ich glaube nicht, dass uns derzeit eine Riesenwelle vernichtet. Ich hoffe, dass es auch künftig wieder Berge und Täler gibt und dass wir aus dem Tal wieder auf einen Berg kommen. Allerdings schwimmen wir nicht auf einer Luftmatratze, auf der man nur auf den nächsten Berg warten und sonst nichts unternehmen muss. Außerdem sind die Wellen heute schon so hoch, dass wir uns auf einer Luftmatratze kaum mehr halten können. Da brauchen wir doch ein größeres Boot.

Von Nietzsche stammt der Ausspruch, „Was mich nicht umbringt, macht mich härter“. Diesem Motto stimme ich zu. Unsere Lage sehe ich aber etwas differenzierter: Härter werden wir nur, wenn wir spüren, was uns härter machen kann. Wir haben aber in den letzten Jahren und Jahrzehnten nicht oder zu wenig bewusst wahrgenommen, was uns bedroht, was uns härter machen könnte oder uns umbringen kann. Einerseits war die Entwicklung so langsam, dass wir sie nicht bemerkt oder unterschätzt haben. Die laufenden Klapse, die wir einstecken mussten, waren lästig, haben uns aber nicht wirklich gestört. Die Erfolge der letzten Jahrzehnte haben uns in uns einen Rausch versetzt und die Überheblichkeit erzeugt, unverletzbar und unsterblich zu sein. Wenn wir die Schmerzen nicht rasch bemerken, werden wir nicht stärker, wird das Abendland untergehen. Hoffentlich hat uns der Wohlstand der letzten Jahrzehnte nicht zu stark abgestumpft. Hoffentlich sind wir nicht zu „wohlstandsverseucht“.

Mit meinen künftigen Beiträgen möchte ich aufzuzeigen, wie nahe wir am Abgrund stehen und was uns bedroht, was uns umbringen kann, ohne uns härter zu machen. Dazu werde ich Vieles nur schwarz-weiß darstellen, werde es überzeichnen, werde übertreiben, werde nicht ganz objektiv sein. Ich will nicht erzählen, ich will provozieren, ich will aufrütteln.
Aber diese Art der Information ist ja nicht neu für dich. Die kennst du ja aus der Arbeitsweise fast aller Medien. Der Unterschied zu mir: Ich bekenne mich zu meiner Einseitigkeit und warne dich davor.

Wie viele unterschiedliche Artikel zu diesem Thema entstehen werden, weiß ich noch nicht: So wenige wie möglich und so viele wie notwendig. Derzeit beschäftigen mich folgende Themen:

      ·        der Leistungsverlust in der Wirtschaft und im Sport,
·        die Leistungsbereitschaft,
·        die Landflucht der Auswanderer,
·        die Einseitigkeit der Einwanderer,
·        die Verwaltungsexplosion,
·        die steigenden Staatsausgaben,
·        das soziale Schmarotzertum,
·        Brot und Spiele,
·        die wegfallende Eigenverantwortung,
·        die Erbengesellschaft,
·        der Verfall des Bildungssystems,
·        die Grenzen der Demokratie,
·        die Macht des Geldes und dessen Missbrauch,
·        der Verlust der Spiritualität …..

Dabei versuche ich Parallelen zum Buch von Sprenger und zu den Ursachen des Untergangs des „Alten Roms“ herzustellen. Erwarte keine fertigen Lösungen. Zu vielschichtig sind die verschiedenen Themen. Es geht mir um eine Entwicklung in die „richtige“ Richtung, um Denkansätze, nicht um Patentrezepte. Entwicklung bedeutet, Neues aus dem Bestehenden zu schaffen. Entwicklung bedeutet nicht, Altes zu vernichten. Entwickeln bedeutet, etwas auswickeln, das verborgen oder verdeckt ist. Und davon gibt es Vieles.

Es wird mich freuen, wenn du meine Artikel liest und annimmst.

Außerdem darf ich dich einladen, mir zu dem Thema „Der Untergang des Abendlandes“ deine Meinung und Ideen zu senden (berater@markschlaeger.at), auch wenn oder gerade wenn sie von meinen abweichen. Ich werde sie auf meinem Blog präsentieren, wenn du es erlaubst und ich sie für geeignet halte.

  

Leonding Juli 2026                                                                              Alois Markschläger

Perlen der Freude

Jeden Augenblick unseres Lebens erhalten wir eine Vielzahl von Informationen. Der Großteil davon marschiert an unserem Bewusstsein vorbei - direkt ins Unterbewusstsein. Vieles nehmen wir wahr, erleben es aber nicht. Diesem Teil fehlt das Leben. Die Natur hat einen Filter eingerichtet, damit uns die Unzahl der Eindrücke nicht erdrückt. Was dieser Filter zum Bewusstsein lässt und was nicht, bestimmt aber nicht die Natur, sondern wir selbst. Unsere Erziehung, unsere Erfahrungen, unsere Gewohnheiten, unsere Lebenseinstellung und vor allem die laufenden Informationen legen fest, was für uns wichtig ist und was wir bewusst wahrnehmen wollen. Die Regeln für unseren Filter entstehen in uns und sonst nirgendwo. Und, wir können diese Regeln jederzeit ändern, wenn dies auch nicht immer einfach ist.

Wie schön eine Amsel singt, erlebst du erst, wenn du ihr zuhörst. Dafür musst du bereit sein und dir die Zeit nehmen, weil dieses Singen für dich wichtig ist.
Wie Kinderaugen funkeln können, bemerkst du nur, wenn du hinschaust und sie sehen willst.
Wie schön …………
Alles, was uns wichtig ist, lässt unser Filter zum Bewusstsein durch. Der Rest geht direkt ins Unterbewusstsein – und arbeitet dort weiter.

Erscheint dir das Leben trostlos, gefährlich …, dann liegt das nicht an deinem Leben, sondern an den Informationen, die du zulässt, und an deinem Filter, durch den alle Informationen gehen. Die Natur und die Erfahrungen unserer Vorfahren sorgen dafür, dass wir gefährliche Informationen unbedingt beachten, um unser Leben zu schützen. Wenn unsere Vorfahren den Säbelzahntiger nicht wichtig nahmen, haben sie ihr Leben riskiert. Um zu überleben, mussten sie vor allem gefährliche Informationen aufnehmen und verarbeiten. Diese Erfahrung haben sie uns weitergegeben. Der Gefahr durch den Säbelzahntiger verdanken wir es also, dass heute ein Großteil aller Medien diese Vorsicht missbrauchen kann, um unsere Aufmerksamkeit zu bekommen. Wenn heute bis zu 90% vieler Informationen Gefahren- und Horrorinformationen sind, erscheint die Welt nur negativ und gefährlich. Automatisch reagieren wir darauf wie auf einen Säbelzahntiger und übersehen dabei die schönen Seiten des Lebens. 

Ob die Welt für dich positiv oder negativ ist, bestimmen aber weder der amerikanische, noch der russische Präsident, noch unsere Zeitungen, unser Fernsehen oder die sozialen Medien. Du kannst deine Lebenssicht, deine Lebensanschauung selbst formen. „Wir sind nicht Herr über Zufall und Schicksal, aber über unsere Entscheidungen. Die Wahrscheinlichkeit …. glücklich zu sein steigt, wenn wir uns darum bemühen.“[1] Wenn wir es schaffen, nur die für uns wichtigen Informationen zu erhalten und möglichst viele positive Seiten der Welt zu sehen, haben wir die Chance zum Glück. Es ist schrecklich, wenn Tausende bei einem Erdbeben sterben, wenn an einem Wochenende viele Motorradfahrer oder Bergsteiger umkommen ..... Aber diese Informationen sind für dein Leben nicht wichtig. Du kannst damit die Welt nicht ändern. Du kannst sie auch nicht verhindern. Sie ändern aber dich, auch wenn du glaubst, dass sie nicht wichtig sind. Sie arbeiten im Untergrund.

Ich bin kein Lebensberater, aber vielleicht können dir einige Anregungen helfen, deine Lebensfreude zu heben:

Willst du froher und glücklicher leben?
Dann höre auf, negative Informationen zu suchen und zu inhalieren!
Höre auf, Medien zu konsumieren, die die Sensationsgier und den Verlust deiner Lebensfreude nur zur persönlichen Bereicherung missbrauchen!
Beginne, für jeden negativen Eindruck einen positiven zu suchen!
Erstelle die Regel in deinem Freundeskreis: Wer eine negative Info einbringt, muss mindestens eine positive nachliefern.
……..

Bereinige deinen Informationsfilter und mache ihn frei für die Schönheiten des Lebens! 

Vielleicht erleichtert die Geschichte „Perlen der Freude“ deine Suche nach den Schönheiten des Lebens. Die Geschichte erzählt von einer alten, weisen Frau, die täglich eine Handvoll kleiner Perlen in ihre linke Tasche steckte. Wenn sie an diesem Tag etwas Schönes, etwas Erfreuliches, etwas Lustiges erlebte, wanderte eine Perle von der linken in die rechte Tasche. Am Abend zählte sie die Perlen in der rechten. So wurde sie aufmerksam für die Schönheiten des Lebens, sie wurde achtsam und erlebte die Schönheiten. Hatte sie am Abend auch nur eine Perle in der rechten Tasche, hatte es sich gelohnt, an diesem Tag gelebt zu haben. 

Fast alle Menschen leben gerne. Trotzdem jammern und seufzen viele über die Grausamkeit des Lebens und der Welt. Woher kommt dann aber die Angst vor dem Tod, der ja eigentlich dieses Dilemma löst? Könnte es sein, dass das Leben einfach lebenswert ist?

Sammle Perlen, die auf deinem täglichen Weg liegen! Das Leben ist schön!

 

Juni 2026                                                                                Alois Markschläger



[1] A. Salcher, Erkenne dich selbst und erschrick nicht, Ecowin, Salzburg 2013, S.128

Gewaltlosigkeit – eine gewaltige Kraft

In meinem letzten Blog habe ich mit dem Wortspiel  "auf“ versucht, die Schrecken eines Krieges aufzuzeigen. Daran möchte ich mit einem Gebet anschließen: 

Gebet für den Frieden

Herr, mach mich zu einem Werkzeug Deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst,
dass ich verzeihe, wo man beleidigt,
dass ich verbinde, wo Streit ist,
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist,
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht,
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält,
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert,
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.
Herr, lass mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste,
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe,
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.
Denn wer sich hingibt, der empfängt,
wer sich selbst vergisst, der findet,
wer verzeiht, dem wird verziehen,
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

Dieses Gebet von Franz von Assisi ist 800 Jahre alt und hat an Aktualität eher gewonnen als verloren.

Lies es noch einmal oder öfter! Du wirst erkennen, dass ein Krieg nicht von Putin, Bush oder Trump, sondern von Menschen wie mir und dir gemacht wird. Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin! (Carl Sandburg)

Leider sprechen derzeit alle Politiker nur von Aufrüstung etc. Keiner redet von der Liebe, vom Verstehen, vom Reden miteinander, von Abrüstung  …..
Die dümmste Aussage zum Ukrainekrieg habe ich diese Woche gehört: Europa muss Druck erzeugen, damit Russland zu Friedensverhandlungen bereit ist. Wenn ich mit jemandem zerstritten bin, werden wir uns kaum versöhnen, wenn wir weiter Öl ins Feuer gießen.
Vielmehr könnte es mit Gewaltlosigkeit funktionieren. Aber mit der Gewaltlosigkeit lassen sich keine Waffen verkaufen. Daher darf sie nicht sein.

Das Gebet des Franziskus ergänze ich um zwei Worte von Martin Luther King, der wie Mahatma Gandhi mit Gewaltlosigkeit mehr als alle Kriegstreiber bewirkt hat.

 „Ich wehre mich, in der Verzweiflung den letzten Sinn der Geschichte zu sehen.“

 „Ich glaube, dass waffenlose Wahrheit und bedingungslose Liebe
endlich das letzte Wort haben werden.“

(Zitiert nach K. D. Härtel, „Martin Luther King, Ich habe einen Traum“)

 Die Hoffnung stirbt zuletzt!

 

Mai 2026                                                                                Alois Markschläger

 

"… mehret euch …. machet sie euch untertan und herrschet …." (Gen. 1,28)

Manchmal zweifle ich, ob die im Titel angeführte Bibelstelle, laut der wir Menschen über die Welt herrschen sollen, wirklich eine Botschaft ...