Der Untergang des Abendlandes Folge 6: Untergang wie im Alten Rom?

Bisher habe ich Themen beleuchtet, die einen Untergang unseres Kulturkreises befürchten lassen. Sicherlich gibt es noch viele weitere Ereignisse, die darauf hinweisen.
Abschießen möchte ich die Folgen mit dem Vergleich des Untergangs des römischen Reiches mit unserem derzeitigen Niedergang.

Im untergehenden Rom wechselten die Herrscher, die Kaiser, kurzfristig. Die politische Stabilität und Kontinuität fehlten. Rom war unregierbar geworden.
Durch die Aufsplittung der Macht auf viele kleine Parteien sind auch einige Staaten Europas unregierbar geworden. Die Institution der EU erschwert diese Situation zusätzlich. Der Unterschied zu Rom. Bei uns finden – zumindest derzeit – die Bürgerkriege noch in den Wahlurnen statt.

Im Gegenzug zu den fehlenden Reformen wuchs sowohl in Rom als auch bei uns die Verwaltung. Damit erhöhten sich die Staatskosten und in der Folge die Steuern. Vielleicht ist die Landflucht noch nicht so bedrohlich, die Steuerflucht in den verschiedensten Ausprägungen jedoch sehr wohl.

Die Einheit des römischen Reiches wurde durch die Trennung in ein Ost- und in ein Westreich aufgelöst. Der Machtverlust war enorm.
Die EU hat versucht, Europa zu einer Einheit zu formen. Die Trennung des Ostreiches von Europa – Russland ist das größte europäische Land – haben wir schon vor Jahrzehnten vollzogen und stehen sogar im Krieg mit dem Osten (Durch die Rüstungsfinanzierung der Ukraine sind wir praktisch in den Krieg gegen Russland eingetreten.).

Rom wurden von „wilden Stämmen“ vor allem aus dem Osten überfallen und überrannt (410 wurde Rom das erste Mal von Wilden geplündert.).
Ähnliche Überfälle, weitgehend in friedlicheren Formen, erlebt Westeuropa ebenfalls seit Jahrzehnten. Die Folgen, vor allem der Verlust der ursprünglichen Identität, sind ähnlich.

Rom konnte die für die Verteidigung des Reiches erforderlichen Soldaten nicht mehr aus den eigenen Reihen stellen.
Heute haben weite Teile Europas ihre Verteidigungsfähigkeit verloren.

In Rom löste das Christentum die ursprüngliche Religion und viele Bräuche ab.
Dieses Christentum wird heute weitgehend durch einen Atheismus, durch den Islam und durch viele Ersatzreligionen verdrängt.

Die weltbeherrschende Position der Wirtschaft ging sowohl in Rom als auch in Europa an stärkere Kräfte im Osten verloren.

Die Macht des Geldes beherrschte das sinkende Rom.
Heute spüren wir die Macht der Konzerne und die Macht des Geldes in fast allen Lebensbereichen: Kultur, Sport, Wohnen ….

Der „Geburtenstreik“ verurteilt eine Nation zum Aussterben. Warum sollte das bei uns anders sein?

Rom brauchte Sklaven, um das Wirtschaftsgeschehen am Leben zu halten.
Ohne Fremdarbeiter würde unser Wirtschaftskreislauf nicht mehr funktionieren.
 

Großstädte und Megastädte bewirkten damals und bewirken heute eine Entwurzelung. Viele Heimatlose ohne Wurzeln wurden und werden geschaffen.

In Rom gab es „Brot und Spiele“, um die Massen bei Laune zu halten.
Wir lösen das mit Subventionen, Zuschüssen und Medienmanipulationen. So verhindert man Veränderungen und erzieht systemkonforme Bürger.

Bis zu ihrem Untergang waren die Römer überzeugt, die Größten, die Schönsten und die Besten zu sein.
Dieser Irrglaube ist auch bei uns stark verbreitet. Auch die Passagiere der Titanic haben bis zum Untergang getanzt.

………………

Sind diese Entwicklungen die Vorboten unseres Untergangs oder nur ein Zeichen eines Niedergangs, dem ein Aufschwung folgt – Wellenberg auf Wellental? 

Ich weiß es nicht. Drei Dinge lassen mich an eine Wellenbewegung glauben:

·        Ich bin derzeit im Urlaub und genieße das Wellenrauschen.

·        Mein unverbesserlicher Optimismus

·     Die Sicherheit, dass O. Sprenger mit seinem Untergang des Abendlandes doch nicht ganz richtig gelegen sein kann. Hätte er Recht gehabt, gäbe es dieses Abendland bereits nicht mehr.


Im Urlaub am Meer habe ich aber auch erfahren dürfen und erkennen müssen: Rudern bei starkem Wellengang ist nicht nur anstrengend, sondern auch gefährlich.
Nur wenn wir uns voll in die Riemen legen, werden wir die nächste Welle erreichen und aus dem Tal auf einem Wellenberg landen.

  

Leonding, September 2026                                                      Alois Markschläger

 

1 Kommentar:

  1. Danke dafür lieber Lois! Bin ganz deiner Meinung! Übrigens..Brot und Spiele... VIELE verbringen ihre Freizeit versunken in digitaler Welt, lassen sich berieseln von KI generierten Inhalten, sind froh nicht mehr selber /eigenständig denken zu müssen! So viel Urlaub kanns gar nicht geben dass ich dem noch etwas abgewinnen kann..Und DOCH... die Hoffnung stirbt zu allerletzt!!

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Manchmal zweifle ich, ob die im Titel angeführte Bibelstelle, laut der wir Menschen über die Welt herrschen sollen, wirklich eine Botschaft ...