Kleine Sünden bestraft Gott sofort - und die großen?

 

Autos könnten knapp werden in Europa.
Andere bestimmen die Produktionszahlen.
Vor Jahren haben wir ausgelagert,
was möglich - wenn auch nicht nötig - war.
Vielleicht trifft uns selbst auch eine Schuld.
Zu viele Sünden haben wir begangen.
Es waren nicht nur kleine.
Die kleinen bestraft nämlich Gott sofort.
Es waren auch große dabei.

Die Todsünde Völlerei
Die Autobranche brauchte viel Geld,
für die Gewinne, für Tantiemen und für ….
Vielleicht haben sie es übertrieben.
Völlerei: Keine kleine Sünde
- also keine Strafe sofort

Die Todsünden Geiz und Neid
Ein Geschäft ist ein Geschäft,
wenn es für alle ein Geschäft ist.
Ist einer geizig, kommt der andere zu kurz.
Geiz und Neid haben anderen zu wenig gelassen.
Wann gleichen sich Geben und Nehmen aus?
Geiz und Neid: Keine kleinen Sünden
- also keine Strafe sofort

Die Todsünde Trägheit
Zukaufen hat die Trägheit ermöglicht.
Die einen arbeiten mehr,
damit die anderen mehr verdienen.
Auch Gewinne brauchen Zeit zum Verprassen.
Trägheit: Keine kleine Sünde
- also keine Strafe sofort

Die Todsünde Hochmut
Die Einbildung, dass jeder froh sein müsse,
für ein Herrenvolk arbeiten zu dürfen,
hat die Vernunft geraubt:
Freiheit und Sicherheit wurden zugleich geopfert:
„Ist die Kuh hin, soll das Kalb auch hin sein.“
Hochmut: Keine kleine Sünde
- also keine Strafe sofort

Die Todsünde Wollust
Der Zukauf war berauschend.
Es kam starke Lust auf – die Wollust.
Davon kann man gar nicht genug bekommen.
Wollust: Keine kleine Sünde
- also keine Strafe sofort

Die Todsünde Zorn
Die Wut und der Zorn sind unbeschreiblich:
So behandelt zu werden, ist menschenunwürdig.
Zorn: Keine kleine Sünde
- also keine Strafe sofort

Die Lieferengpässe sollten uns nachdenklich machen.
Für große Geschäfte gibt es Schlussrechnungen.
Ob diese Rechnung die Strafe für die Sünden
oder eine Antwort auf unser Verhalten ist, weiß ich nicht.
Vielleicht straft Gott auch die großen Sünden irgendwann.
Im Moment begehen die Lieferanten die Sünden,
die wir ihnen gezeigt haben.
Keine Sünde bleibt unbestraft – sofort oder später. 

Vor 2000 Jahren kämpfte einer gegen die Sünden.
In wenigen Wochen feiern wir seinen Geburtstag.
Sollen wir Geschäfte ehrenvoll oder christlich betreiben?
Ich finde keinen Unterschied zwischen den beiden.
Wir sollen!


Leonding, 08.11.2025                                      Alois Markschläger

1 Kommentar:

  1. Puuuh - ein heikles und komplexes Thema! Hier spielt einiges "rein", das zum aktuellen Zustand der einstigen Parade-Disziplin in der Deutschen Wirtschaft geführt hat - eine unbändige und ungezügelte Gier nach Profit und damit verbundener Tantieme und Boni-Zahlungen mag dabei der Hauptgrund sein. Den dafür nötigen "Nährboden" haben sich jedoch die verantwortlichen Manager und Haupt-Aktionäre eigenverantwortlich selbst abgegraben, und das auf verschiedenste Art und Weise. Robert Bosch prägte einst die Aussage „Ich zahle nicht gute Löhne, weil ich viel Geld habe, sondern ich habe viel Geld, weil ich gute Löhne zahle.“ Damit verbunden behandelte er seine Mitarbeiter auch entsprechend vertrauensvoll, was allerdings irgendwann in relativ hohen Maße "ausgenutzt" wurde. Leicht übertrieben könnte man das mit der Warnung jenes Vorarbeiters ironisch quittieren, die da sinngemäß lautet "Sie haben ja schon wieder gearbeitet, und ruinieren damit das gute Betriebsklima!" Als ganz so lustig würde ich das heute nicht mehr sehen wollen. Um beim Thema zu bleiben: schon seit den 80er Jahren wurden Kernbereiche zuerst an Zulieferer im Inland, später ins immer entferntere (!) Ausland ausgelagert. Damit verbunden wanderte zwangsläufig das "Know How" ab, das uns heute nicht nur leid tut, sondern auch fehlt! Dieses gewonnene, oder geschenkte Wissen war die dankbare Grundlage dafür, dass man im Reich der Mitte darauf mit tatkräftiger Mithilfe der Deutschen Industrie solide und sukzessive aufbauen konnte. Dies hätte man jedoch immer noch abfedern können, wenn man angemessen reagiert hätte! Leider lautete die Prämisse vorrangig, den Kostendruck der Konkurrenz durch völlig überzogene jährlich in den Raum gestellten utopischen Umsatzsteigerungen vermeintlich zu kompensieren. Dazu fehlen allerdings Innovationen samt Motivationen! Ein Teufelskreis, der inzwischen als Schlinge über unserer Wirtschaft baumelt! Ein entscheidender Fehler war, sich von der Kernkompetenz Verbrennermotor weitestgehend zu verabschieden und (von einigen Wettbewerbern voll) auf Elektro-Mobilität umzusteigen. Ein blauäugig befolgter Auftrag seitens Politik - oder besser gesagt deren Auftraggebern - mit fatalen Folgen! Hier haben andere Länder entscheidende Vorteile durch jahrelangen Vorsprung in Engineering und Produktion, was auf absehbare Zeit nicht einzuholen sein dürfte! Die gemachten Fehler seitens Politik und den mit Milliarden "geschmierten" DAX-Konzernen der Automobil/+Zulieferer Branche haben einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass die Wirtschaft in D + A am Boden liegt. Der Vollständigkeit halber muss noch erwähnt werden, dass die geisteskranke Energie-Politik ein Wesentliches mit dazu beiträgt, dass man sich zumindest in D in jeder Hinsicht in die Steinzeit zurück katapultiert hat! Ob geschilderte Umstände allein auf Dummheit, Unvermögen und was auch immer zurückzuführen sind, oder welche andere Systematik (ich will nicht von finsteren Mächten schreiben) dahinterstecken könnte, darf jede/r für sich selbst entscheiden.

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