Der Untergang des Abendlandes Folge 4: Pole-Position verloren, Freiheit geopfert

 Weiter mitfahren dürfen


In der Formel 1 wollen viele starten. Einige schaffen es. Aber nur einer, manchmal auch zwei, gewinnen. Alle anderen haben zwar schnelle Autos, nur für den Titel reichen sie nicht. So ähnlich funktioniert die Wirtschaft. Wenige fahren um den Titel mit. Ihre Autos sind auf dem letzten technischen Stand. Diese Teams haben agiert und ihre Autos verbessert. Reagieren ist zu wenig. Reaktionen werden erst in der nächsten Saison wirksam. Und da sind die Besten schon wieder weiter. Im Wirtschaftswettkampf kämpfen wir um eine gute Platzierung. Für den Kampf um den Sieg ist unser Auto zu langsam.

Aber, nicht jeder darf starten. Wer im Training die 107 Prozentregel nicht schafft (Die Trainingszeit liegt über 107 % der Bestzeit.), darf am Rennen nicht teilnehmen. Dürfen wir noch starten oder müssen wir uns mit „Testfahrten“ auf den Rennstrecken der Welt begnügen? Dass wir nicht nur nicht mehr die Nummer 1 sind, sondern vielleicht gar nicht mehr starten dürfen, sollte uns spätestens bewusst geworden sein, als 2025 der deutsche Außenminister mit einer namhaften Wirtschaftsdelegation bei den bedeutenden Gesprächspartnern in China nicht einmal Gesprächstermine bekam.

Wir haben schon ein schnelles Auto, das uns Freude machen kann. Wenn wir aber wieder in der Spitze oder überhaupt mitfahren wollen und dürfen, genügt Ordentliches nicht, da braucht es schon Außerordentliches.

 

Der 51. Bundesstaat der USA?

1959 kam Hawaii als letzter und 50. Bundesstaat (Wenn man Washington D. C. nicht als eigenen zählt.) zu den USA. Danach schaffte das nur noch der Westen Europas.

Ohne die riesigen Verdienste der USA im Aufbau Europas nach dem Zweiten Weltkrieg zu schmälern, sollte uns bewusst sein, dass Europa für die USA in ihrem Kampf um die wirtschaftliche und militärische Vormachtstellung in der Welt wichtig und unverzichtbar war. Und in diesem Kampf sind – zumindest waren – wir Europäer Wettbewerb. Und wirtschaftlich waren wir ein sehr lästiger und unangenehmer Wettbewerb und lange Zeit in vielen Bereichen den USA überlegen.

Unter anderem durch den Ukrainekrieg (Die Rolle der USA dabei ist nicht ganz unumstritten.) ergab sich für die USA die Chance, Europa wirtschaftlich abzuhängen. Auf Druck der USA und der NATO haben wir Westeuropäer die wirtschaftlichen Verbindungen zu Russland abgebrochen oder abbrechen müssen. Das „vereinte“ Europa musste mit dem größten Land Europas (Der europäische Teil von Russland umfasst in etwa 23 % der Gesamtfläche Europas.) alle wirtschaftlichen Verbindungen abbrechen. Die Nutznießer davon waren, zumindest überwiegend, die USA. Die US-amerikanische Wirtschaft wurde durch niedrigere Energiekosten wettbewerbsfähig. Die Umsätze der US-Waffenindustrie explodierten auch mit Unterstützung der Europäer. Gleichzeitig ist Westeuropa machtloser und wirtschaftlich schwächer geworden.

Die Begründung, warum Europa nicht mehr durfte: Keine wirtschaftlichen Verbindungen zu einem Aggressor! Was war mit den wirtschaftlichen Verbindungen zu den USA, als diese in Korea, in Vietnam, im Golfkrieg, in Afghanistan, im Irak, in der Schweinebucht, am Balkan, in Kambodscha, im Iran ….. Kriege begonnen oder zumindest daran teilgenommen haben? Russland hat uns nie befohlen, die wirtschaftlichen Kontakte mit kriegführenden Parteien abzubrechen.

Wir haben uns dem Diktat der USA freiwillig unterworfen. Und die USA haben uns mit Zuckerbrot und Peitsche gefügig und geringfügig gemacht und gehalten. Offiziell haben die USA die Sklaverei am 18.12.1868 beendet. Effektiv gelang ihnen das erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ab diesem Zeitpunkt haben sie sich in der restlichen Welt neue Sklaven gesucht. Auch in Europa waren sie dabei erfolgreich. Wir Europäer waren dankbar. Erhielten wir doch Zuckerbrot, das uns die Schmerzen durch die Peitsche weniger spüren ließ. Vielleicht sind wir auch etwas masochistisch veranlagt und wir brauchen diese Peitsche. Erst seit Trump die Peitsche gezielter einsetzt und auf das Zuckerbrot vergisst, dämmert uns die Sklaverei etwas.

Dass die USA vieles unternommen haben, uns wirtschaftlich zu überflügeln, ist verständlich: Welcher Herrscher steht freiwillig hinter seinen Untertanen zurück?

Die Sklaven in den USA konnten sich nur durch einen langen Kampf befreien. Wenn wir uns von der Unterdrückung befreien wollen, werden wir einen Aufstand wagen müssen. Eine Persönlichkeit, wie es M. L. King für die amerikanischen Sklaven war, sehe ich nicht. Vielleicht können wir aber mit unserer Abhängigkeit gut leben, wenn das gewährte Zuckerbrot ausreicht und die Peitsche nur vorsichtig eingesetzt wird.

 

Leonding, August 2026                                                                        Alois Markschläger

1 Kommentar:

  1. Das westliche Europa mit den Rohstoffen Russlands wäre weltpolitisch eine große Wirtschaftsmacht und das hat die Politik der USA perfekt zerstört 🤔.. Und Kanzler Merz als Lohnempfänger von Blackrock ist der perfekte Brandbeschleuniger für den wirtschaftlichen Untergang Europas inklusive Von der Leyen 🤔☺️

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"… mehret euch …. machet sie euch untertan und herrschet …." (Gen. 1,28)

Manchmal zweifle ich, ob die im Titel angeführte Bibelstelle, laut der wir Menschen über die Welt herrschen sollen, wirklich eine Botschaft ...