Mein Selbstwert – ein verkümmertes Pflänzchen oder ein mächtiger Baum? Teil III

 

Teil III: Es gibt nichts Gutes. Außer man tut es. (Erich Kästner)

Bisher habe ich über die Bedeutung des Selbstwertes und über Methoden, wie man den Selbstwert einschätzen kann, geschrieben. Wichtiger für dich sind aber Hinweise, wie du deinen Selbstwert steigern und am Selbstwert der Menschen deiner Umgebung mitarbeiten kannst. Es liegt in deiner Macht, den Selbstwert deiner Kinder, deines/r Partner/in, deiner Vorgesetzten, deiner Mitarbeiter, deiner Freunde und deiner ganzen Umgebung zu heben, aber auch zu senken. Dies hilft auch deinem Selbstwert: Geben und Nehmen gleichen sich im Leben aus.

Ich gebe dir viele stichwortartige Hinweise, um dir eine Vielfalt zu bieten. Die Ausführlichkeit kommt dabei wahrscheinlich etwas zu kurz. Ich wünsche dir mit meinen Tipps eine tolle Entwicklung deiner Person und deiner Persönlichkeit

  • LIEBE DEINEN NÄCHSTEN WIE DICH SELBST!
    Um mit dir 24 Stunden im Tag zufrieden leben zu können, denke über folgende Fragen nach:
    • Habe ich mich in den letzten drei Tagen mindestens dreimal selbst angelächelt?
    • Wie freundlich ist das Zwiegespräch mit mir?
    • Esse ich die Nahrung, die ich brauche?
    • Kann ich „nein“ sagen, wenn ich von anderen überbeansprucht werde?
    • Was empfinde ich bei dem Wort „Selbstliebe“?
    • Wie leicht kann ich mir selbst verzeihen?
    • …. 

  • Bereite täglich jemand eine Freude und mache ihn glücklich! Und wenn dieser jemand du selber bist. Vor allem, wenn dieser jemand du selbst bist.
  • Riskiere Überschaubares: Nicht, weil etwas schwer ist, wagen wir es nicht. Es ist schwer, weil wir es nicht wagen. Erfolgsmenschen können alles, was sie machen. Aber sie machen nur das, was sie können.
  • Meide Menschen, die negativ denken! Sie ziehen dich hinunter.
  • Werde Optimist! Optimisten und Pessimisten haben möglicherweise eine falsche Vorstellung von der Welt, aber die Optimisten sind zumindest glücklich dabei.
  • Erstelle eine Liste deiner guten Eigenschaften und deiner Fähigkeiten! Glaub an dich, so wie die Hummel an sich glaubt! Aufgrund ihres Gewichts und der Größe ihrer Flügel könnte die Hummel nach aerodynamischen Gesetzen eigentlich nicht fliegen. Gut, dass sie nicht Aerodynamik studiert hat.
  • Nimm dir täglich mindestens fünf Minuten, um zu hören, was du dir zu sagen hast!
  • Angriffe und Ungerechtigkeiten sind vor allem ein Zeichen des fehlenden Selbstwertes der Angreifenden und kein Zeichen deiner Schwächen. Wären die Widersacher stark, würden sie dir helfen.
  • Lebe im Hier und im Jetzt! Die Vergangenheit kannst du nicht mehr beeinflussen und bei der Zukunft ist es ungewiss, ob du sie erlebst.
  • Mache nichts des Geldes wegen, sondern alles aus Begeisterung. (Lass dir aber die Begeisterung gut bezahlen!)!
  • Du bist aus vielen Gründen so geworden, wie du bist. Und das ist gut so. Du musst dich nicht verändern. Aber du darfst dich entwickeln. Wie willst du dich entwickeln? Wie ein Baum, der langsam von innen wächst? Wie ein Vulkan, der rasch und gewaltsam von innen ausbricht? Wie das Wasser, das langsam und stetig die Umwelt entwickelt? Wie ein Orkan, der rasch von außen alles verändert?
  • Sei überzeugt, dass du in deinem Leben noch nie einen bewussten Fehler begangen hast! Alles, was du gemacht hast, war die Folge deiner bisherigen Erfahrungen und der jeweiligen Lebensumstände. Auch wenn das Ergebnis vielleicht daneben ging, du bist dafür verantwortlich. Du bist aber nicht schuldig. Das gilt aber nicht nur für dich. Das gilt auch für deine Mitmenschen.
  • Jederzeit kannst du etwas Neues lernen, wodurch dein Leben interessanter wird.
  • Fehler sind Chancen und Lernmöglichkeiten. Danach weißt du, wie es nicht geht. Der liebe Gott erschuf uns nicht vollkommen. Er erwartet aber, dass wir reifen.
  • Mit deiner Entwicklung darfst du auch Meinungen ändern. Kein Mensch kann dir verbieten, dass du heute anders als gestern denkst, dass du heute gescheiter als gestern bist.
  • Sei vorsichtig mit deinen Zielen! Stecke dir neben einem Optimalziel vielleicht auch ein Minimalziel. Das Risiko, ein Optimalziel zu verfehlen, ist hoch.
  • Lebst du dein eigenes Leben oder ein Leben, das andere für dich bestimmen? Gibt es da vielleicht noch stille Botschaften deiner Eltern, deiner Lehrer, deine Freunde, deiner Vorbilder …? Versuche, dich davon zu lösen und finde deine eigenen Botschaften! Deine Bedürfnisse zu erfüllen, ist wichtig.
  • Suche dir jemand, der dir zuhören und dich verstehen will! Höre nicht auf „Klugscheißer“! (Ich weiß nicht, wie dieser Ausdruck entstanden ist, aber mit „klug“ hat er sicherlich nichts gemeinsam.)
  • Lobe und genieße es, gelobt zu werden. Lob und Anerkennung wirken im Gehirn wie Drogen. Wenn andere dich nicht loben, lobe dich selbst! Und wenn andere dich loben, lobe dich auch selbst!
  • Höre auf zu urteilen, fange an, zu beobachten! Ob etwas gut oder schlecht ist, kann vielleicht wichtig sein. Viel wichtiger ist aber zu beobachten, warum etwas passiert ist. Daraus kannst du lernen: Werde vom Richter zum Entdecker!
  • Setze dir selbst deine Grenzen! Nur du bist dafür verantwortlich.
  • Vermeide den Neid! Bist du neidig, gestehst du dir selbst ein, etwas nicht zu haben, was jemand anderer hat. Freue dich mit anderen und mit dem, was sie haben. Die größte Gefahr des Neides besteht darin, selbst nie erfolgreich werden zu können, da wir bei Neid die Erfolgreichen immer in ein schiefes Licht setzen.
  • Jeder Mensch hat eine Würde und das Recht, dass ihm mit Respekt begegnet wird. Auch du hast das Recht und die Pflicht, dir selbst mit Respekt und Würde zu begegnen.
  • Vermeide jede Kränkung, jede Beschämung, jede Herabsetzung, jede Missachtung, jede Demütigung, jedes lächerlich Machen, jede Nichtbeachtung von Menschen, denen du begegnest! Auch du begegnest dir laufend.
  • Aufmerksamkeit und Achtsamkeit erweitern deine Erfahrungen und deine Persönlichkeit.
  • Mitleid zu zeigen und es auch auszusprechen, ist ein Zeichen deiner Einfühlsamkeit und der Wertschätzung deiner Umgebung.
  • Aufrichtige Anerkennung hebt den Selbstwert.
  • Versuche, zu deiner Umgebung Vertrauen aufzubauen!
  • Zuwendung, Zärtlichkeit und Zeit sind die drei „Z“, die Wertschätzung ausdrücken und die den Selbstwert stärken.
  • Vielleicht ist es modern, Coolness zu zeigen. Dies solltest du aber den Eisbergen überlassen. Wir Menschen brauchen Zuneigung und Emotionen.
  • Auch die Wertschätzung und die Anerkennung, die du anderen gibst, erhöht deinen Selbstwert.
  • Es ist zu wenig, für andere die Anerkennung zu finden. Sag es auch!, sprich es auch aus!
  • „Bitte“ und „Danke“ sind Worte der Wertschätzung und bringen uns nach oben.
  • ……………….


Der Selbstwert und die Demut:

Zu einem hohen Selbstwert gehört die Demut. Auch wenn du für dich der wichtigste Mensch der Welt bist, soll dich deine Demut daran erinnern,

    • dass du vor 100 Jahren nicht wichtig warst und
    • dass du in 100 Jahren nicht wichtig sein wirst. 
    • dass du dich aber auch heute nicht zu wichtig nehmen solltest.

Die Demut möge dich aber auch lehren, dass du - so groß, so gescheit, so mächtig …auch sein solltest - auch weise werden willst.

Die Demut und die Weisheit werden dir zeigen, dass es über dir eine Macht gibt, wie immer du sie auch nennen willst, die immer größer als du sein wird.


Zur Arbeit an deinem Selbstwert empfehle ich dir:

    • Wähle von meinen Anregungen sechs aus, die dir am wertvollsten erscheinen!
    • Von diesen sechs streiche die zwei unwichtigsten!
    • Von den verbleibenden vier streichst du wieder zwei!
    • Von diesen wählst du einen, dem du in den nächsten Tagen und Wochen nachgehen und den du umsetzen willst! Bedenke: Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt.
Ist dir der vorgenommene Punkt bereits in Fleisch und Blut übergegangen oder zumindest zur täglichen Gewohnheit geworden, suche dir einen nächsten Punkt!


„Der Weg zum Erfolg ist die ständige Bereitschaft, neue Dinge auszuprobieren.“
(Albert Einstein)



Leonding, Juli 2024                                                                               Alois Markschläger

 

1 Kommentar:

  1. Ganz wichtig für mich um immer wieder zu erinnern: Lebst du dein eigenes Leben oder ein Leben, das andere für dich bestimmen.

    AntwortenLöschen

Kopflos oder mit diesem Kopf durch die Wand

Wer oder was bestimmt unser Handeln: Die Vernunft, die Erfahrungen, die „guten“ Emotionen (Liebe, Dankbarkeit, Freude, Freundschaft, Lust …)...