Dürfen Wortspiele ernst sein?
Aus
manchem Spiel wird blutiger Ernst. Auch Wortspiele sind davor nicht gefeit.
Eigentlich sollte es ein Spiel werden.
Zuerst konnte ich nicht,
Im Frieden, der Garantie
für unseren Aufstieg,
bin ich aufgewachsen.
Mit der Ukraine erhielt die
Aufrüstung Aufwind.
Aufrührer und Aufwiegler
rufen zum Krieg auf.
Niemand kann sie aufhalten,
so groß die Aufregung
auch ist.
Waffen als Lösung wollen
sie uns aufschwätzen.
Kriegsgeschrei soll uns aufschaukeln.
Armeen sollen wir aufstellen,
damit sich dann Berge von Toten
aufstapeln.
Wenn wir ihrem Ruf aufsitzen,
werden Kriege jede
Gemeinschaft aufspalten.
Jedes Argument dafür wird aufgelesen.
Die Rüstungsindustrie fordert
zum Kampf auf.
Sie will uns aufheizen,
uns aufputschen,
uns danach aber nicht aufhelfen.
Wir werden uns aufraffen,
um aufzuräumen.
Anstatt aufzuschreien
werden schräge Botschaften aufgesaugt.
Nur noch Hass sehe ich auflodern.
Er und der Krieg werden
alles aufreiben.
Tote werden sich aufreihen.
Friedhöfe werden wir auffüllen.
Wir ahnen nicht, was wir uns
aufbürden.
Wir werden aufjaulen,
andere über ihre Gewinne aufjauchzen.
Die Not wird uns aufrütteln.
Wir werden uns aufrappeln,
wieder alles aufbauen,
wenn sie uns nicht schon aufgebahrt
haben.
Wer wird sich daran aufgeilen?
Kein Kriegstreiber wird uns
auffangen.
Alle wird es uns aufhauen.
Not und Elend werden uns auflauern.
Hass zwischen den Völkern
wird sich aufhäufen,
alle lassen sich aufhetzen.
Sobald wir auf die Panzer steigen
und auf den Schachtfeldern auftauchen,
lässt sich niemand mehr auftreiben,
der diesen Wahnsinn aufhalten kann
Gegenseitig werden wir uns auffressen.
Wer wird uns aufheben?
Wer wird uns auflesen,
wenn wir aufprallen?
Aufheitern hat keinen Sinn.
Aufhängen – auch keine Lösung.
Es wird sich vor uns auftürmen.
Dann werden wir
(vielleicht) aufwachen
und sehen, wem wir aufgesessen
sind.
Wahrheit und Schrecken werden
sich auftun.
Scherben werden wir aufsammeln.
Irgendwann müssen wir aufarbeiten,
was sie uns aufhalsen,
wenn wir den Frieden aufgeben.
Vielleicht sollten wir uns
doch auflehnen?
Aber lieber führen wir uns auf.
Aufblasen und Aufblähen
sind in.
Egal wieviel wir uns damit aufladen.
Ist es Hass, ist es
Dummheit, ist es Angst,
was sich aufstaut?
Das Aufbegehren ist
groß.
Aber es ist nur ein Aufmotzen,
der Aufstand bleibt
aus.
Wir müssen aufhören,
aufzujaulen und aufzuschreien.
Aufruhr ist notwendig.
Ist die einzige Aufgabe,
aufzupassen, dass es nicht mich
erwischt?
Das wäre ein Aufgeben.
Nur wenn wir aufbrechen,
uns aufbäumen,
aufmuntern und aufmucken,
werden wir die aufdecken,
werden die aufhalten,
die uns den Krieg aufzwingen.
Solange uns Friedenslichter
aufreizen,
die aus Kriegsländern aufleuchten,
sollten wir aufschluchzen,
nicht aufblühen.
Zu den Guten sollen wir aufschauen
und die Kriegsboten aufscheuchen,
die sich als Retter aufspielen.
Sie aufzuspießen,
ist wenig friedlich.
Aber nur Aufopfern
kann auch nicht sein.
Für den Frieden aufmarschieren,
klingt auffällig
kriegerisch.
Trotzdem müssen wir uns aufmachen
oder wir können den Frieden
nur noch aufmalen.
Ich sehe ein Licht aufflimmern.
Es kann aufflackern.
Wenn wir aufrecht
sind,
kann es sogar aufflammen.
Wir sollten uns aufrichten
und aufblicken.
Und Frieden wird aufleben.
Wer kann das Chaos auflösen?
Womit können wir aufwarten?
Wann können wir aufatmen?
Wann werden wir das Leben aufwerten?
Wann wird die Liebe in der
Welt auftreten
und den Frieden auftragen?
In der Hoffnung werde ich aufgehen.
Zu lange bin ich im Frieden
aufgeblüht.
Leonding, Mai 2026
Alois Markschläger
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