Der Untergang des Abendlandes Folge 5: Zerfällt die Gesellschaft?

Folgende Ausführungen suchen nicht nach den Verursachern für den Untergang des Abendlandes. Es geht nicht darum, Schuldige zu finden. Die gibt es nicht. Ob es Flüchtlinge, Auswanderer, Pensionisten, Teilzeitbeschäftigte, Subventionsempfänger, Gesetzgeber usw. sind, sie alle machen aus ihrer Sicht alles richtig, sie machen nichts Ungesetzliches, nichts Verbotenes, nichts Unmoralisches. Sie sind nur Merkmale des Untergangs. Alle machen alles richtig - und das Ergebnis ist eine Katastrophe - ein untergehendes System. Meine Ausführungen sind nur eine Systembeschreibung.

Damit das Zusammenleben in einer Gemeinschaft, in einem Verein, in einer Familie, in einem Staat, in einem Kulturkreis funktioniert und nicht zerfällt, müssen drei Bedingungen erfüllt sein.

Die gegenseitige Akzeptanz:

Jedes Mitglied muss von jedem als gleichwertig anerkannt werden. Was passiert, wenn diese Anerkennung fehlt, wurde in der Vergangenheit bei Religionskriegen, bei Rassenkonflikten, beim Kampf um Gleichberechtigung usw. deutlich.

Seit vielen Jahren erlebt vor allem Westeuropa eine Flüchtlingswelle. Die Aussage von Frau Merkel „Wir schaffen das!“ hat für mich eine hohe menschliche Qualität, die ich schätze. Im Hinblick auf die wirtschaftlichen Belastungen war diese Aussage okay. Was wir nicht geschafft haben und nur schwer schaffen werden, ist die menschliche Integration. Unsere Flüchtlingswellen sind vergleichbar mit dem Einbruch der Hunnen in das römische Reich vor ca. 1600 Jahren, was dessen Untergang beschleunigte. Die Massen der Flüchtlinge und die Gegensätze sind so hoch, dass es die bestehende westliche Gesellschaft und die Zuwanderer nicht schaffen werden, sich gegenseitig voll zu akzeptieren. Daran hat wahrscheinlich auch Frau Merkel nicht geglaubt. So überbewertet kann nicht einmal sie ihre Landsleute haben.

 

Klare Regeln mit klaren Sanktionen geben Sicherheit:

Eine europäische Anwaltskanzlei benötigt mindestens 5 bis 10 Spezialisten, um alle Rechtsbereiche abzudecken. Mittelfristig wird das ohne KI gar nicht mehr funktionieren. Zu wenig Gesetze haben wir nicht – eher viel zu viele. Eigentlich reichten sieben der Zehn Gebote oder das Gebot der Nächstenliebe allein für unser Zusammenleben, wenn wir sie einhalten und sanktionieren würden.

In den letzten Jahrzehnten haben sich viele Veränderungen ergeben. Die Gesetzesflut ist so hoch, dass der gesetzlichen Rahmen unüberschaubar ist und Übertretungen kaum zu ahnden sind. Damit verlieren Gesetze ihre Wirkung. Wenn du auf der Autobahn immer mit 160 km/h oder schneller unterwegs bist und nie eine Strafe bekommst, ist das Gesetz dazu wirkungs- und sinnlos. Zu viele Gesetze - zu wenig Sanktionen. Du wirst nicht langsamer werden.

Die Rechte auf Freiheit und auf Sicherheit werden in keiner Menschenrechts- oder Verfassungsformulierung als Einzelrechte festgelegt, sondern immer gemeinsam genannt. Das ist ja gut gemeint (Das Gegenteil von gut), aber nicht erfüllbar. Freiheit und Sicherheit schließen sich in der letzten Konsequenz aus. Wird von einem mehr gewährt, leidet das andere darunter. Beide können nie gleichzeitig voll erfüllt werden. Bis vor wenigen Jahrzehnten lag unsere Priorität bei der Sicherheit. Im Moment hat eher die Freiheit den Vorrang. Sanktionsmöglichkeiten, die die Sicherheit erhöhten, die Freiheit aber einschränken, wurden zu Gunsten der Freiheit begrenzt. So gefährden wir die Sicherheit, ohne die eine Gesellschaft zerfällt, weil Gesetze wirkungslos werden.

Vereinfacht ausgedrückt: Heute dürfen wir überall hin. Aber trauen dürfen wir uns nicht mehr.

 

Geben und Nehmen gleichen sich aus:

Wenn ein Fußballer den Ball nie abspielt, kommt es zu Konflikten in der Mannschaft. Wenn einer in einer Gruppe mehr nimmt, als er zurückgibt, ist der Bestand der Gruppe gefährdet. Wenn er nicht abgibt, muss er zumindest Tore schießen. Hält sich einer nicht daran, wird er ausgeschlossen. Scheren zu viele aus, wird sich die Gruppe auflösen. In unserem westlichen Kulturkreis haben wir vieler solcher einseitiger „Geben und Nehmen Probleme“, die unsere Gesellschaft und unseren Kulturkreis gefährden.

Nettozahler in der EU
Mittel- und langfristig wird sich das Finanzierungssystem in der EU, in dem einige Staaten andere finanzieren, ohne entsprechende Gegenleistungen zu bekommen, nicht halten.

Steuerhinterziehung
„So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.“ Die öffentlichen Abgaben beruhen auf dem Gesetz des Gebens und Nehmens. Der Bürger zahlt Steuern, mit denen der Staat direkt oder indirekt Leistungen für die Bürger übernimmt. So massiv und unverschämt sind die Steuerhinterziehungen inzwischen, dass auch ehrliche Bürger ihre Ehrlichkeit überdenken. Dies führt so weit, dass lieber ein geringerer Verdienst in Kauf genommen wird, um Steuern zu sparen. Zusätzliche Staatsverschuldungen gleichen das aus, gefährden  aber das Gesamtsystem. Wie lange noch?

Übertriebene Förderungen und Zuschüsse
Für die Armut und für die Armutsgefährdung gibt es viele Ursachen. Schuldige für einen Notstand zu suchen, ist sinnvoll zu dessen Vermeidung, hilft aber keinem Armutsgefährdeten. Soziale Spannungen – Geben und Nehmen gleichen sich nicht mehr aus – ergeben sich vor allem durch zu hohe Unterstützungen und dadurch, dass der Kreis der Unterstützten den Kreis der Bedürftigen weit übersteigt. Aber die Bedürftigen allein ergeben ein zu kleines Wählerpotenzial.

Zuschüsse an Flüchtlinge
Die Zuschüsse an Flüchtlinge sind teilweise so hoch, dass sie von denen, die dafür aufkommen müssen, nicht als gerechtfertigt gesehen werden. Gleichzeitig fehlen Gegenleistungen der Flüchtlinge an die Gesellschaft. Ob dafür die Lebenseinstellungen der Flüchtlinge oder eine unbrauchbare Gesetzeslage die Ursache sind, ist für diese Missstimmung unbedeutend.

Die Auswanderer
Teilweise aufgrund vieler Ausländer im eigenen Land wandern viele, vor allem aus älteren Bevölkerungskreisen, aus. Eigentlich leicht pervers: Wegen der Ausländer im Inland gehe ich ins Ausland. Die inländischen Pensionen, die von jungen In- und Ausländern aufzubringen sind, werden im Ausland ausgegeben. Das Inland wird dabei nicht ganz vergessen, vor allem bei der Inanspruchnahme des Gesundheitssystems. Im Inland fehlen diese Gelder. Geben und Nehmen gleichen sich nicht mehr aus. Die Ausländer sind daher beides: Der Störfaktor, warum viele auswandern, und die Finanziers der Auswanderer. So gleichen sich Geben und Nehmen aber auch nicht aus.

Vielleicht sollten sich Aus- und Einwanderer an einen Satz von M. Gandhi halten: „In einer fremden Provinz darf man sich nur unter der Bedingung niederlassen, dass man im Geist des Dienens kommt …“ (M. Gandhi, Worte des Friedens, S. 72)

Die Pensionisten
Die Pensionisten sind seit einiger Zeit die stärkste Wählerschicht. Deswegen sind die Pensionen so hoch und das Pensionsantrittsalter so niedrig. Mein Großvater durfte mit 60 in Pension gehen. Damals lag die durchschnittliche Lebenserwartung knapp über 60 Jahren. Nur wenige Jahre waren den Pensionisten gegönnt. Heute liegt die Lebenserwartung Einiges über 80. Das Pensionsantrittsalter blieb fast unverändert. Irgendwann werden sich die Jungen das nicht mehr gefallen lassen oder nicht mehr finanzieren können. Die Alten, vor allem die, die noch gar nicht alt sind, nehmen den Jungen zu viel weg. Geben und Nehmen gleichen sich nicht mehr aus.

Die fehlende Leistungsbereitschaft
Für einen bestimmten Lebensstandard braucht es eine hohe Wirtschaftsleistung und dafür starke Leistungen jedes Einzelnen. Diese erfordert eine hohe Leistungsbereitschaft. Die hat insgesamt wahrscheinlich abgenommen. Einige, sehr verständliche Gründe, dafür sind: Die Nachkriegsgenerationen mussten einen hohen Einsatz zeigen, um nur annähernd den Lebensstandard von heute zu erreichen. Vieles von dem, was früher verdient werden musste, wird heute geerbt oder durch Zuschüsse aller möglichen Art aufgebracht. Die Einkommen sind im Vergleich zur Inflation überproportional gestiegen..... Dadurch hat die Leistungsbereitschaft in Summe abgenommen. Die Leistung leidet, weil die Leistungsanreize von heute nie den Druck durch den Leistungszwang der Vorgenerationen erreichen können. Leistungen und Vorteile im Leben sind wahrscheinlich nicht mehr im Gleichgewicht. Zumindest sehen das viele Alte so.

Wahrscheinlich gibt es noch eine Unzahl von Beispielen, bei denen sichtbar ist, dass sich Geben und Nehmen in der Gesellschaft nicht oder nicht voll ausgleichen. Die Gefahr, dass sich dadurch die Gesellschaft aufreibt, ist gegeben.

Können die hier aufgezeigten Ursachen für den Verfall unseres Systems abgestellt werden? Will sie jemand abstellen? Jeder von uns weiß, was die anderen zur Rettung des Systems tun müssen, solange er gleich bleiben kann. Zu sehr leben wir nach dem Motto: "Wir beiden müssen uns ändern. Fangen wir einmal bei dir an!"

 

Leonding, September 2026                                                                        Alois Markschläger

1 Kommentar:

  1. Hallo Alois,
    Großartig und leider sehr vieles war.
    Ich bin und bleibe allerdings Optimist und glaube an eine Zukunft die, sollten sich die politischen Kräfte der Nationen vielleicht wieder einen und für das Volk agieren und regieren, Demokratie wieder in den Ländern gelebt wird, Kriege ein Ende finden und die Verteilung von Vermögen gerechter verteilt wird, sich aber leider so bald nicht ändern wird..,

    Hoffen wir das wir nach über 70 Jahren Frieden und Wohlstand in unserem Land das Glück haben werden noch viele solche erleben .
    dürfen.
    Liebe Grüße Heinz

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Manchmal zweifle ich, ob die im Titel angeführte Bibelstelle, laut der wir Menschen über die Welt herrschen sollen, wirklich eine Botschaft ...